Erwerbstätige schätzen Autonomiegewinn

06. Mai 2020 13:41

Zürich - Erwerbstätige in der Schweiz und in Deutschland kommen mit den veränderten Bedingungen während der Pandemie insgesamt gut zurecht. Dies hat die Universität Zürich in einer Studie herausgefunden. Besonders geschätzt wird der Zugewinn von Autonomie bei der Arbeitseinteilung.

Für ihre Studie haben Arbeitswissenschaftler am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich (UZH) im April knapp 600 Erwerbstätige über ihre Arbeitsbedingungen, ihr Wohlbefinden sowie ihre Strategien zur Verbesserung von Arbeitssituation und Freizeit befragt, informiert die UZH in einer Mitteilung. Alle Probanden waren bereits im Juni 2019 zum selben Themenkomplex befragt worden.

„Wir erwarteten eigentlich, dass sich Erwerbstätige jetzt in der Krise eher gestresster fühlen als zuvor, wird Studienleiterin Rebecca Brauchli in der Mitteilung zitiert. Stattdessen habe sich das Gegenteil herausgestellt, „was einmal mehr deutlich macht, wie faszinierend anpassungsfähig wir Menschen sind“.

Konkret schätzten die Befragten aktuell ihr Arbeits- und Privatleben als ressourcenreicher als bei der Befragung im vergangenen Jahr ein. Geschätzt wurde vor allem die Möglichkeit, besser kontrollieren zu können, wie und wann gearbeitet wird. „Diese Autonomie bei der Arbeitseinteilung ist wohl auch mit ein Grund dafür, dass es den Befragten aktuell besser gelingt, Arbeits- und Privatleben unter einen Hut zu bringen“, heisst es in der Mitteilung. Dabei sei die neugewonnene Autonomie durchgängig mit einer Zunahme des Arbeitsengagements verbunden gewesen.

Bei Erwerbstätigen mit Betreuungsaufgaben stellten die Forscher allerdings keine geringere, sondern eine leichte Erhöhung der Belastungen fest. Auch Arbeitstätige im Homeoffice fühlten sich häufiger überfordert als kinderlose Kollegen. hs

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