Erneuerbare überholen fossile Energien in der EU

25. Januar 2021 13:58

Berlin - Erneuerbare Energien haben 2020 mit 38 Prozent erstmals mehr zur Stromproduktion in der EU beigetragen als fossile Energieträger. Ihr Wachstum geht allein auf Wind- und Solarenergie zurück. Der Anteil des Kohlestroms hat sich seit 2015 halbiert.

Die erneuerbaren Energien haben in der EU die fossilen Energien bei der Stromproduktion überholt. Das geht aus einer Analyse von Agora Energiewende in Berlin und der britischen Denkfabrik Ember hervor. Danach kam Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse auf 38 Prozent, während Strom aus Kohle und Gas noch 37 Prozent erreichte. 

Der Zuwachs der Erneuerbaren ging dabei allein auf Wind und Sonne zurück. Windstrom erreichte 2020 einen Anteil von 14 Prozent; 2015 waren es erst 9 Prozent. Sonnenstrom kam im vergangenen Jahr auf 5 Prozent; 2015 waren es 3 Prozent. Der Anteil von Strom aus Wasserkraft und Biomasse dagegen stagniert. Dagegen hat sich der Anteil von Kohlestrom seit 2015 halbiert. Auch 2020 sank er um 20 Prozent; Kohle liefert nur noch 13 Prozent des Stroms in der EU. Der Anteil von Strom aus Gas sank 2020 um 4 Prozent.

Der Anteil der Erneuerbaren verteilt sich allerdings ungleich. So erreichte Dänemark als Spitzenreiter im vergangenen Jahr einen Anteil von Wind und Sonne an der Stromproduktion von 61 Prozent. Irland kam auf 35 Prozent, Deutschland auf 33 und Spanien auf 29 Prozent. Dagegen liegt er in Tschechien und der Slowakei noch unter 5 Prozent. Der Zuwachs der Erneuerbaren muss laut dem Bericht denn auch beschleunigt werden. Wenn die EU ihre selbstgesteckten Klimaziele erreichen wolle, müsse der Ausbau der Erneuerbaren dreimal so schnell erfolgen. 

Dave Jones spricht dennoch von einem Meilenstein. „Das rasante Wachstum von Wind- und Solarenergie hat die Kohle zum Niedergang gezwungen“, wird der Stromspezialist von Ember und Hauptautor des Berichts in einer Mitteilung von Agora Energiewende zitiert. „Doch das ist erst der Anfang, denn Europa setzt auf Wind- und Solarenergie, um nicht nur den Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030 sicherzustellen, sondern auch um die Verstromung von Gas auslaufen zu lassen, stillgelegte Kernkraftwerke zu ersetzen und den steigenden Strombedarf von Elektroautos, Wärmepumpen und Elektrolyseuren zu decken.“ stk

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