Ermotti warnt Finanzplatz Schweiz

24. Februar 2020 12:46

Aarau - Der Finanzplatz Schweiz muss aufpassen, international nicht ins Hintertreffen zu geraten, sagt UBS-Chef Sergio Ermotti in einem Interview. Die Regulierung sei zu wenig pragmatisch, die direkte Demokratie werde missbraucht. Die Schweiz sollte sich am Finanzplatz London messen.

Die „Swissness“ sei zentral für die UBS, sagt der scheidende CEO Sergio Ermotti in einem Interview mit der „Schweiz am Wochenende“. „Sie muss gepflegt und dauernd verbessert werden.“ Zugleich müssten aber die Rahmenbedingungen laufend angepasst werden, „um global wettbewerbsfähig zu bleiben“. Genau dabei schwächele die Schweiz aber. Die Vorschriften seien „tatsächlich zu streng geworden“. Ermotti spricht auch von einem „Missbrauch der direkten Demokratie mit extremen Unsicherheiten“. Diese hätten zusätzliche Unsicherheit geschaffen.

Andere Länder stärkten ihre Finanzplätze mit Regulierungen, die ihnen im internationalen Wettbewerb hülfen. „Die Schweiz muss tatsächlich aufpassen, dass sie nicht ins Hintertreffen gerät – insbesondere nach dem Brexit.“ Grossbritannien werde versuchen, seinen Finanzplatz durch strenge, aber pragmatische Regulierung zu stärken. „In der Schweiz fehlt dieser Pragmatismus manchmal.“ stk

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