EPFL-Studie schlägt Steuer auf Treibstoffe vor

03. Oktober 2019 14:55

Lausanne - Laut einer Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) sollte es nicht nur Lenkungsabgaben auf Heizöl, sondern auch auf Treibstoff geben. In beiden Fällen sollten diese bis 2050 auf 1,70 Franken pro Liter erhöht werden. So könnte der CO2-Ausstoss bis um zwei Drittel gesenkt werden.

Die EPFL hat verschiedene Szenarien durchgerechnet, die zur Erreichung der Klimaziele beitragen könnten. Sie findet dabei laut einer Mitteilung insbesondere ein Modell zielführend, bei dem sowohl auf Heizöl als auch auf Treibstoff CO2-Abgaben erhoben werden. Für Heizöl gibt es bereits eine CO2-Abgabe von 25 Rappen pro Liter. Diese sollte erstens auch bei Treibstoffen eingeführt werden. Zweitens sollten bis 2050 beiden Abgaben schrittweise auf 1,70 Franken pro Liter erhöht werden.

Nach den Berechnungen der Wissenschaftler könnte die jährliche CO2-Emission pro Kopf so bis 2050 von 4,5 auf 1,5 Tonnen gesenkt werden. Zudem würde der Anteil des Verkehrs an den Gesamtemissionen damit von den heute sehr hohen 41 Prozent auf 33 Prozent sinken.

Forscher haben auch Faktoren wie den rückläufigen Treibstoffverbrauch von neuen Autos sowie die Verbreitung von Stromautos und Car-Sharing in ihre Berechnungsmodelle miteinbezogen. Insgesamt kommen sie zum Schluss, dass Autofahrer trotz der höheren Abgaben letztendlich nicht mehr belastet würden.

Der Schweizer Transportsektor ist mit einem Anteil von 41 Prozent der grösste CO2-Emittent. In den USA beträgt der Anteil des Transportsektors nur 34 Prozent, in der EU sogar nur 28 Prozent. Die Forscher erklären den hohen Anteil in der Schweiz mit der grossen Zahl an Geländewagen. Diese würden 40 Prozent aller Neuwagen ausmachen, während es in der EU nur 13 Prozent sind. ssp

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