EPFL-Studenten modellieren Lawinenschutz durch Wälder

20. August 2020 13:47

Lausanne - Zwei Studierende der EPFL haben den Lawinenschutz eines Waldes vor und nach einem Brand untersucht. Ihre Methode ist auf andere bewaldete Hänge übertragbar, die durch den Klimawandel von erhöhter Waldbrandgefahr betroffen sind. Das könnte lokale Strategien zur Wiederaufforstung verbessern.

Zwei Studierende haben untersucht, wie sich die Lawinenschutzfunktion eines abgebrannten Waldes verändert. Dafür verglichen sie laut einer Medienmitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) Szenarien für einen Wald im 1274 Meter hoch gelegenen Ort Les Voëttes in den Waadtländer Alpen vor und nach einem Brand im Jahr 2018. 

Damals hatte ein Feuer sechs Hektar Bäume im Diablerets-Gebirge zerstört. Johan Gaume, der an der EPFL das Schnee- und Lawinensimulationslabor (SLAB) leitet, und SLAB-Postdoktorand Xingyue Li beauftragten zwei Masterstudierende des Umweltingenieurwesens, diesen Fall zu untersuchen. Für ihre Studie arbeiteten sie eng mit der Umweltdirektion des Kantons Waadt (DGE) zusammen.

Als Grundlage für die Wiederaufforstung durch die DGE erstellten die beiden Jungakademiker mithilfe eines am SLAB entwickelten Modells eine neue Lawinenrisikokarte. Um die Stabilität des Waldes zu erhöhen, empfahlen sie der DGE, dichte Baumgruppen an präzise lokalisierten Stellen zu pflanzen. Für zusätzlichen Lawinenschutz rieten sie, den restlichen Wald nach dem Zufallsprinzip nachzuverdichten.

„Unsere Ergebnisse entsprachen im Grossen und Ganzen unseren Erwartungen, aber sie sind weniger alarmierend als die Vorhersagen der DGE selbst", sagt Masterstudentin Clara Streule. Ihr Studienkollege Francesc Molné begründet die Unterschiede: „Das Simulationsmodell der EPFL berücksichtigt die räumliche Verteilung der Bäume mit hoher Genauigkeit. Dagegen ist das von der DGE verwendete Modell in dieser Hinsicht nicht ganz so genau.“

Diese Pilotstudie sei eine Chance gewesen, „unser digitales Modell zu testen“, so Gaume. „Jetzt sind wir gespannt, wie weit wir damit gehen können.“ Im Grundsatz sei sie auf alle Schutzwälder in Europa anwendbar. Der Kanton Waadt plane bereits weitere Untersuchungen dieser Art, bestätigt Jean-Louis Gay von der Abteilung Forstinspektion der DGE: „Wir werden an anderen Orten des Kantons wieder mit der EPFL zusammenarbeiten.“ mm

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