EPFL-Raketen-Team ist Europameister

29. Oktober 2021 13:49

Lausanne/Ponte de Sor - Das Rocket Team der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) hat die diesjährige European Rocketry Challenge in Portugal gewonnen. Der Gesamtsieger unter 19 teilnehmenden Teams erhielt zudem den Preis für den besten Flug in der Kategorie bis 3 Kilometer.

Das Rocket Team der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ist Europameister. Mit seiner Rakete namens Bella Lui II ging es laut einer Medienmitteilung nicht nur als Gesamtsieger aus der European Rocketry Challenge (EuRoC) der Portugiesischen Raumfahrtagentur hervor. Es gewann auch den Preis für den besten hybriden Drei-Kilometer-Flug. Bella Lui II war einem Bericht des EPFL Space Center zufolge 3167 Meter hoch geflogen. Zudem hatte das EPFL Rocket Team als nur eines von zweien unter den 19 teilnehmenden Mannschaften ein erfolgreiches Landemanöver absolviert.

Obwohl das Lausanner Team bei diesem Wettbewerb erstmals Gelegenheit hatte, seinen neu gebauten Hybrid-Antrieb zu testen, konnte es seinen ersten Sieg landen. Ein Hybridtriebwerk verkompliziere die Konstruktion den Angaben zufolge erheblich, da es Ventile und spezielle Elektronik benötigt. Es verbessere jedoch die Schubsteuerung, was eine grössere Präzision bei der erreichten Höhe ermögliche.

Das EPFL Rocket Team wurde 2016 gegründet und zählt aktuell rund 200 Studierende. Wie zwei von ihnen in einem Video berichten, eröffne dieses Projekt wertvolle praktische Lernmöglichkeiten. „Diese Art von Erfahrung ist sowohl auf persönlicher als auch auf beruflicher Ebene lohnend", so Alejandra Plaice, eine Studentin der Mikrotechnik, die das Strukturteam leitete. „Die Fähigkeiten, die wir aus dieser Erfahrung gewinnen, können wir auf die Geschäftswelt übertragen. Und das sind keine Fähigkeiten, die wir im normalen Unterricht entwickeln können."

Ab jetzt werde sich das EPFL-Raketenteam auf die Entwicklung neuer Technologien konzentrieren. Es wolle nun „an einem längerfristigen Projekt arbeiten, wie dem Erreichen des Weltraums in über 100 Kilometern", erklärt Loup Cordey, der für die Nutzlast der Rakete zuständig ist. „Wir wollen auch ein System zur Steuerung des Schubvektors entwickeln. Damit könnten wir unsere Raketen effizienter landen, so wie einige der grossen Akteure der Branche". mm

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