EPFL-Forschenden gelingt Durchbruch in der Analyse von Luftqualität

28. Juli 2021 13:29

Lausanne - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben eine neue Methode zur chemischen Analyse von Luftqualität entwickelt. Mit finanzieller Hilfe von Innosuisse wollen sie einen Prototyp bauen, der vielleicht bald sämtliche bisherige Analysewerkzeuge ersetzen könnte.

Wissenschaftler des Laboratory of Atmospheric Processes and their Impacts (LAPI) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben ein innovatives Gerät zur Analyse feinster Teile in der Luft gebaut. Ihre Idee wollen sie mit Hilfe einer Finanzspritze von 250'000 Franken von der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, Innosuisse, in ein Start-up überführen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die vielversprechende Methode der beiden Wissenschaftler Satoshi Takahama und Nikunj Dudani sei bereits auf Unterstützung aus entsprechenden Netzwerken in den USA und in Europa (Actris) gestossen. Sie könnte zukünftig eine ganze Reihe verschiedener Instrumente, die Wissenschaftler bislang für Messungen von Luftqualität nutzen, ersetzen.

Die Erfindung sei nicht nur aufgrund ihrer enormen Handlichkeit im Vergleich zu den bisherigen sperrigen Pumpen interessant, heisst es weiter in der Medienmitteilung. Sie könne auch die Partikelzusammensetzung sowie verschiedene chemische Verbindungen erkennen, die andere Instrumente nur schwer erfassen. Dazu verwenden die Forschenden das aus pharmazeutischen Studien und der Nahrungsmittelanalyse bekannte Verfahren der Infrarot (IR)-Spektroskopie. Diese koste nur einen Bruchteil der herkömmlichen Verfahren.

Das neue System soll auch eine Software zur Datenanalyse beinhalten und im grossen Massstab in Schwellenländern zum Einsatz kommen. Vorstellbar sei eine Verwendung in Laborexperimenten, Feldmessungen, Luftüberwachungssystemen von Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen sowie in Fabriken und Gebäudelüftungen.

„Seit den 1950er Jahren untersuchen Luftqualitätsingenieure die Anwendungsmöglichkeiten der IR-Spektroskopie. Wir sind stolz darauf, endlich die richtigen Leute, den richtigen Ansatz und die richtige Finanzierung zu haben, um unsere Idee zu verwirklichen“, wird Wissenschaftler Satoshi Takahama in der Medienmitteilung zitiert. Er arbeitet an der EPFL seit fast einem Jahrzehnt an dem Konzept. ko

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