EPFL entwickelt Mikroimplantate für Schmerzpatienten

08. August 2019 11:14

Lausanne - Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) arbeiten an selbst-auflösenden Mikroresonatoren für Frischoperierte. Diese Mikroimplantate sollen Schmerzmittel lokal abgeben und herkömmliche Morphin-Katheter an der Wirbelsäule überflüssig machen.

Wissenschaftler der EPFL entwickeln organische Mikroresonatoren für die postoperative und lokale Gabe von Schmerzmitteln. Wie die EPFL auf ihrer Internetseite mitteilt, wurde ihre Forschung jetzt in einer Fachzeitschrift publiziert. 

Mit diesen Mikroimplantaten soll Patienten geholfen werden, denen eine orthopädische Prothese eingesetzt wurde. Die nur 2 Mikrometer dicken Plättchen werden in die Operationswunde implantiert. Dort sollen sie für einige Tage kontrollierte Mengen eines Anästhetikums abgeben. So könnten die Forscher Patienten postoperative Schmerzen nehmen. Das Schmerzmittel wirkt nur lokal, andere Organe werden geschont. Die Plättchen aus organischem Material lösen sich nach einiger Zeit vollständig auf. Bisher werden zur Schmerzvermeidung Morphin-Katheter nahe der Wirbelsäule platziert. Durch diese Entwicklung würde ein weitere Eingriff zu deren Entfernung hinfällig.

Der Plan ist, auf diesen Mikroresonatoren mit Schmerzmitteln gefüllte Kapseln zu platzieren. Ein elektromagnetisches Feld ausserhalb des Körpers soll ermöglichen, dass ihre Hüllen nacheinander kontrolliert zum Schmelzen gebracht werden.

Noch ist die Erfindung des Forscherteams nicht reif für den Operationssaal. „Wir müssen weiter an der Integration des Resonators auf den Träger arbeiten und zeigen, dass es möglich ist, die Medikamente sowohl in vitro als in vivo freizusetzen“, wird PhD-Student und Studienleiter Matthieu Rüegg zitiert. mm

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