EPFL entwickelt erste Millionen-Pixel-Kamera

20. April 2020 12:04

Lausanne - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) sind in eine neue Dimension von Kameras vorgestossen. Gemeinsam mit Canon haben sie die MegaX entwickelt, die 3D-Bilder rekordschnell und mit bisher unerreichter Auflösung aufnehmen kann.

Das Labor für fortgeschrittene Quantenarchitektur der EPFL hat mit MegaX die weltweit erste Millionen-Pixel-Kamera entwickelt. Ihre Arbeit wurde jetzt in der Fachzeitschrift „Optica“ veröffentlicht.

Laut einer Mitteilung der EPFL kann die MegaX Photonen, die kleinste Form von Lichtteilchen, einfangen und zählen. Für das menschliche Auge sind sie unsichtbar. Zudem arbeitet sie extrem schnell und kann bis zu 24'000 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Zum Vergleich: herkömmliche Filme werden mit 24 Bildern pro Sekunde gedreht.

Weil diese Kamera mit der Flugzeit der Photonen auch die vierte Dimension Zeit misst, kann sie 3D-Darstellungen erzeugen und tiefgehend segmentieren. Darüber hinaus verfügt sie über einen sehr grossen Dynamikbereich. „Dank ihrer hohen Auflösung und ihrer zukunftsweisenden Erkennungsfähigkeiten könnte MegaX in Anwendungen eingesetzt werden, die virtuelle und erweiterte Realität beinhalten“, wird der Leiter des Labors für fortgeschrittene Quantenarchitektur (Advanced Quantum Architecture, AQUA) an der EPFL, Professor Edoardo Charbon, in einer Mitteilung zitiert.

Noch sind die Pixel mit 9 Mikrometer (µm) zehnmal grösser als Pixel normaler Kameras. „Unser Team arbeitet bereits an einer MegaX der nächsten Generation mit einer Pixelgrösse von 2,2 µm“, erklärt Charbon. „Unser Ziel ist nicht unbedingt, dass MegaX wie eine herkömmliche Kamera funktioniert, sondern vielmehr eine 4D-Kamera mit möglichst vielen Pixeln, um eine höhere Auflösung zu erreichen“. mm

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