Enge hält Fresszellen in Schach

Fresszellen gehören zu den Makrophagen, einem Typ von weissen Blutzellen, informiert die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) in einer Mitteilung. Ihre Aufgabe ist es, bakterielle Krankheitserreger aufzuspüren und zu fressen. Zudem lösen sie eine den Infektionsherd bekämpfende Entzündungsreaktion aus.

Die Aktivität von Makrophagen wird dabei über Botenstoffe gesteuert. „Makrophagen zirkulieren nicht nur im Blut, sondern sitzen auch in allen möglichen Geweben“, erläutert Viola Vogel, Professorin am Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie der ETH in der Mitteilung. In gesundem Gewebe sollten sich die Fresszellen dabei ruhig verhalten. „Erst wo Gewebe geschädigt wird, müssen Makrophagen aktiv werden.“ Allerdings würde es eine Reihe Krankheiten geben, darunter Rheuma und Arteriosklerose, „bei denen der Körper Makrophagen ungenügend unter Kontrolle hält und diese Zellen entzündungsfördernde Botenstoffe produzieren“, erläutert Vogel weiter.

Vogel und ihr Postdoktorand Nikhil Jain haben herausgefunden, dass die irrtümliche Aktivität der Fresszellen mechanisch beeinflusst werden kann. Sind die Makrophagen im Gewebe zwischen Zellen eingeengt, zeigen die Fresszellen selbst bei einer hohen Konzentration an Botenstoffen nur gedämpfte Aktivität. Dies liegt daran, dass die Fresszellen beim aktiven Einsatz ihr Zellskellet erweitern. Ein eingeengter Makrophage aber kann nicht wachsen. Der Ansicht der Forscher zufolge können diese Erkenntnisse unter anderem bei der Gestaltung der Oberflächen von Implantaten nützlich sein. hs