Energiespeicher gefährden Klimaziel

20. Oktober 2022 15:07

Dübendorf ZH - Heutige Gewohnheiten der Energienutzung sind stark auf die Speicherung von erneuerbarer Energie angewiesen. Die beim Bau der Speicher verursachten Emissionen gefährden jedoch das Klimaziel. Dies stellt die Empa in einer Studie fest. Ihre Forscher empfehlen einen Paradigmenwechsel.

Damit die Erwärmung der Erde in Folge des Klimawandels auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann, muss das Energiesystem so schnell wie möglich umgestaltet werden, konstatiert die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschnungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung. Ihre Forschenden sind der Frage nachgegangen, welche Rolle Energiespeicher in diesem Umbau spielen. Die entsprechende Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Produktion von Speichern den Systemumbau verzögert und die Gesamtemission an Treibhausgasen signifikant steigert. 

Bei einer Beibehaltung der heutigen Gewohnheiten der Energienutzung müssten weltweit etwa 60 Prozent des Solarstroms gespeichert werden, erläutern die Forschenden in der Mitteilung. Die dafür benötigte Produktion von Speichern hätte zur Folge, das das Klimaziel „mit mindestens 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit“ nicht eingehalten werden kann. Eine Senkung des Speicherbedarfs durch technische Massnahmen senkt das Risiko im besten Fall auf 14 Prozent.  

Mit einer Energiewirtschaft, die kaum Speicher benötigt, liesse sich die Wahrscheinlichkeit, das Klimaziel zu verfehlen, aber auf 3 Prozent senken. Dafür fordern die Empa-Forschenden einen Paradigmenwechsel zum heutigen bedarfsgetriebenen Energiesystem ein. Stattdessen sollten energieintensive Aktivitäten auf Zeiten mit hoher Energieproduktion verlegt werden. Zudem müsse der aktive Energiebedarf wo immer möglich durch passiven ersetzt werden. Als Beispiel führen die Forschenden effiziente Gebäudedämmungen an. Sie lassen sich in Zeiten mit Energieüberschuss produzieren und sparen zu Nachtzeiten gebrauchte aktive Energie beim Heizen ein. hs

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