Energiesparen in Mietliegenschaften soll leichter werden

04. Mai 2020 11:30

Bern - Per Anfang Juni tritt eine Mietrechtsänderung in Kraft, die energieeffiziente Sanierungen bei Mietliegenschaften fördern soll. Eigentümer können mit einem Energiedienstleister einen Vertrag über die Sanierung abschliessen. Die Kosten können über die Nebenkosten weitergegeben werden.

In der am 29. April verabschiedeten Änderung des Mietrechts wird das sogenannte Energiespar-Contracting eingeführt. Es soll Vermieter dabei unterstützen, in ihren Mietliegenschaften energieeffiziente Sanierungen durchzuführen, erläutert ein Beitrag auf dem Blog des Bundesamts für Energie (BFE), energeia+. Wie das funktioniert, erläutert dort Markus Bareit von der Sektion Energieversorgung und Monitoring des BFE.

Das Energiespar-Contracting sei „eine Art Rund-um-Paket für den Gebäudebesitzer“, meint Bareit. Dabei werde der Energiedienstleister verpflichtet, „den Energieverbrauch der Liegenschaft durch geeignete technische und allenfalls bauliche Massnahmen über eine vertraglich festgelegte Zeitdauer zu senken“. Damit könne der Vermieter das finanzielle Risiko der Massnahmen auf den Energiedienstleister übertragen. Als weiteren Vorteil führt Bareit zudem „tendenziell bessere energetische Ergebnisse“ an.

Den Aufwand für den Vertrag kann der Vermieter für eine maximale Laufzeit von zehn Jahren über die Nebenkosten weitergeben, erklärt Bareit. Dabei dürften dem Mieter nur so hohe Kosten auferlegt werden, wie dieser durch die Effizienzsteigerung an Energiekosten einspart.

Der Bund will mit dem Instrument die Sanierungsrate anheben und den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme beschleunigen, erläutert Bareit im Interview weiter. Nur so lasse sich die im September 2019 beschlossene Dekarbonisierung des Schweizer Energiesystems bis 2050 bewältigen. hs

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