Empa untersucht Ökobilanz von Corona-Masken

10. Dezember 2020 12:56

St.Gallen - Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat die Umweltbelastung von Corona-Masken überprüft. Dabei zeigt sich, dass nicht die Frage Baumwoll- oder Einwegmaske, sondern die Nutzungsdauer entscheidend ist.

Empa-Forschende haben anhand von Ökobilanzanalysen die unterschiedliche Umweltbelastung von Baumwoll- und Einwegmasken untersucht, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. „Es handelt sich um eine erste, einfache Ökobilanz, mit der wir die relevanten ökologischen Faktoren identifizieren konnten“, wird dazu Empa-Forscherin und Studienkoordinatorin Claudia Som von der in St.Gallen ansässigen Empa-Abteilung Technologie und Gesellschaft zitiert.

Für den Vergleich zwischen den Bauwollmasken und den chirurgischen Einwegmasken sind Treibhausgasbilanz, Wasserverbrauch und die Gesamtbelastung durch Produktion, Nutzung und Entsorgung herangezogen. Als Berechnungsbasis wurde eine Person genommen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt und dreimal wöchentlich einkauft. Zudem wurden die Vorschläge der Swiss National COVID-19 Science Task Force berücksichtigt. Demnach würde diese Person entweder pro Woche zwei Baumwollmasken nutzen, die nach Gebrauch gewaschen und nach fünfmaliger Benutzung weggeworfen werden. Oder sie würde 13 Einwegmasken verbrauchen und wegschmeissen.

Die Baumwollmasken haben dabei zwar bei Energieverbrauch und Treibhausgasbilanz besser abgeschnitten. Die Einwegmasken liegen jedoch bei Wasserverbrauch und Gesamtumweltbelastung vorne. Während das Waschen kaum ins Gewicht fällt, würde die Nutzungsdauer die grösste Hebelwirkung haben, „da der grösste Teil der Umweltbelastung bei der Herstellung dieser Maske anfällt“, so Empa-Forscher Roland Hischier.

Die St.Galler Forscher weisen zudem auf weitere Aspekte hin. So könnte die Produktion der Baumwollmasken in Regionen mit einem hohen Anteil an Regen-Bewässerung die Wasserbilanz verbessern. Zudem zeigt sich, dass Baumwollmasken, die mehrfach gewaschen werden können, ihre Ökobilanz verbessern. Ab circa 20-mal Waschen würden diese Masken bei der Gesamtumweltbelastung besser abschneiden als die Einwegmasken.

Die Forschenden werden ihre Arbeit fortsetzen und nun auch spezielle Beschichtungen, beispielsweise gegen Viren, in ihre Analysen mit einbeziehen. jh

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