EKZ packen Sonne in Boiler

21. August 2018 15:01

Rickenbach-Sulz ZH - Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) wollen Solarstrom intelligent nutzen und den Ausbau des Leitungsnetzes minimieren. In einem Pilotprojekt wurde überschüssiger Solarstrom in Boiler geleitet. Das Projekt Sonne in den Boiler zeigte sich als erfolgreich.

„Solarstrom intelligent zu nutzen, ist eine der grossen Herausforderungen der Energiezukunft“, erläutern die EKZ in einer Mitteilung. In Rickenbach-Sulz ZH haben die EKZ dazu einen auf Smart-Metering-Infrastruktur basierenden Ansatz getestet. Im Projekt Sonne in den Boiler wurde überschüssiger Solarstrom über zwei Jahre hinweg zum Aufladen von rund 30 Warmwasserboilern genutzt. 

Auf diese Weise konnte ein grosser Teil des lokalen Solarstroms aus der Anlage der im Quartier Dörnler ansässigen Firma Wegmüller direkt im Quartier verbraucht werden und musste nicht in das Stromnetz eingespeist werden. Die normalerweise zu nächtlichen Fixzeiten aufgeladenen Boiler bezogen über die von den EKZ in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entwickelten intelligenten Steuerung rund 22 Prozent ihres Stroms aus der Solaranlage von Wegmüller. 

„Wir haben gezeigt, dass durch intelligente Laststeuerung die Leistungsspitzen von Solaranlagen im Stromnetz effektiv reduziert werden können“, wird Projektleiterin Marina González Vayá in der Mitteilung zitiert. „Dank dieser Technologie kann der Netzausbau minimiert und die Kapazität für Solarstrom im Netz gesteigert werden.“  Auch technisch habe das Projekt funktioniert, erläutert  González Vayá im Interview mit den EKZ. „Keiner der Pilotkunden musste kalt duschen.“

Die EKZ wollen den erfolgreichen Ansatz nun weiterentwickeln. Als nächstes sollen andere flexible Erzeuger und Verbraucher wie Elektroautos oder Wärmepumpen integriert werden. hs

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