Einreisesperre der USA gefährdet Schweizer Firmen

13. März 2020 13:22

Zürich - Der von den USA verordnete Einreisestopp aus dem Schengen-Raum betrifft auch den Warenaustausch. Der Branchenverband Swissmem warnt vor negativen Folgen für die Schweizer Industrie. Auch die Pharmaindustrie und die Tourismusbranche dürften unter dieser Massnahme leiden.

Die USA haben diese Woche einen 30-tägigen Stopp für Einreisen aus Europa in die USA verhängt, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Diese Massnahme dürfte sich auch auf die Schweizer Unternehmen auswirken. Die USA gelten als der zweitwichtigste Exportmarkt für die Schweiz.

Der Branchenverband für die Maschinenbau-, Elektro- und Metallindustrie, Swissmem, warnt in einer Medienmitteilung vor „potenziell massiv negativen Konsequenzen“ für die Industrie. Die Massnahme habe erstens negative Konsequenzen für jene Firmen, deren Servicetechniker oder Spezialisten für dringende Aufträge bei ihren amerikanischen Kunden hätten in die USA fliegen sollen. Zweites würden Lieferungen von Teilen und Komponenten von Schweizer Industriefirmen in die USA beeinträchtigt. Diese würden nämlich häufig auch als Ladung in Linienflügen transportiert.

„Ich befürchte, dass diese völlig unverständliche und wohl primär politisch motivierte Handlung der US-Regierung massiven wirtschaftlichen Schaden in der Schweiz, in Europa und letztlich wohl auch in den USA anrichten wird“, wird Hans Hess, Präsident von Swissmem, zitiert.

Auch Martin Naville, Chef der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer (Swiss AmCham), erwartet durch die Massnahme eine Delle für die Schweiz, wie er gegenüber der Zeitung „Der Bund“ sagt. Dem Artikel zufolge sind vor allem die Pharmaindustrie, kleinere exportorientierte Firmen und die Schweizer Tourismusbranche von den geringeren Frachtkapazitäten betroffen. „Es gibt einen guten Grund, diese Waren mit dem Flieger zu transportieren. Es geht um heikle Produkte in der Pharmaindustrie, die teuer sind, und Teile, die für die Just-in-Time-Produktion schnell vor Ort sein müssen“, betont Naville.  ssp

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