Effiziente Gebäude können Milliarden sparen

13. August 2019 14:00

Zürich - Die Schweiz könnte mit effizienten Gebäuden innerhalb von 25 Jahren 175 Milliarden Franken Energiekosten sparen oder an Einnahmen erzielen, zeigt eine Studie. Die Gebäude müssten nach dem Minergie-P-Standard gedämmt und die ganze Dachfläche für Photovoltaik genutzt werden.

Das Gebäude als Kraftwerk ist keine neue Idee. Eine Studie hat nun aber erstmals anhand der tatsächlich gemessenen Energieeffizienz aufgezeigt, wie gross das Potenzial für die gesamte Schweiz ist. Die PlusEnergieBau-Gebäudestudie 2019, die von der Solar Agentur Schweiz in Zusammenarbeit mit der Genfer Architekturhochschule, der Fachhochschule Nordwestschweiz, der Universität Genf und der Universität Paris C erstellt worden ist, spricht von 175 Milliarden Franken, die während 25 Jahren an Energiekosten eingespart oder an zusätzlichen Einnahmen erzielt werden können. 

Dazu sind laut der Studie zwei verhältnismässig einfach umzusetzende Massnahmen erforderlich: Die Gebäude müssen nach dem Minergie-P-Standard für Niedrigstenergiebauten gedämmt und ihre Dachflächen vollständig mit Photovoltaik ausgestattet werden. Wenn im maximalen Szenario 92.000 Gebäude pro Jahr auf diese Weise umgerüstet werden, können jährlich 8,57 Terawattstunden fossile oder nukleare Energie substituiert und 3,5 Millionen Tonnen CO2-Ausstoss vermieden werden. Tatsächlich wurden 2018 aber nur 25 solcher Plusenergiebauten in der Schweiz errichtet. Sie erzeugen 3 Gigawattstunden Sonnenstrom pro Jahr, benötigen aber nur 2 Gigawattstunden. Der Rest steht der sauberen Mobilität oder dem Netz zur Verfügung.

Laut der Studie braucht es keine zusätzlichen Steuern oder Abgaben, um Plusenergiebauten zu fördern. Stattdessen sollten bürokratische Beschränkungen aufgehoben und die heutige Begrenzung der Einmalvergütung für Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energie von heute 30 auf mindestens 200 Kilowatt angehoben werden. Der Luzerner CVP-Nationalrat Leo Müller hat bereits 2016 eine entsprechende Motion eingereicht, die grosse Kammer und der Bundesrat haben sie abgelehnt. stk

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