Eduard Kiener will Strommarkt liberalisieren

04. Mai 2016 13:15

Bern - Für die Krise der Stromwirtschaft gibt es keine einfache Lösung, schreibt Eduard Kiener in einem Meinungsbeitrag. Der ehemalige Spitzenbeamte des Bundes fordert die Abschaffung der Einspeisevergütung, die volle Liberalisierung des Strommarkts und die Senkung der Wasserzinsen.

Die Schweizer Stromwirtschaft leidet unter Grosshandelspreisen, die unter den Gestehungskosten für Strom selbst der meisten Wasserkraftwerke liegen. Wie Eduard Kiener in einem Meinungsbeitrag für Energeia schreibt, den Blog des Bundesamtes für Energie (BFE), lasse sich diese Situation nicht leicht verbessern. „Die Marktverzerrungen werden zum grossen Teil durch das Ausland verursacht und Änderungen der schweizerischen Energiepolitik haben europäisch nur marginale Auswirkungen.“ Kiener, der zwischen 1977 und 2001 Direktor des BFE war, schlägt daher einen Mix von Massnahmen vor. So sollte die kostendeckende Einspeisevergütung samt der Investitionsbeiträge abgeschafft werden. Die Förderung neuer erneuerbarer Energien solle marktgerecht erfolgen. 

Kiener fordert vor allem aber die vollständige Liberalisierung des Strommarkts. Auch Kleinverbraucher sollten ihren Stromlieferanten frei wählen und dabei auch Produzenten erneuerbarer Energien wählen können. Um die Wasserkraft zu stützen, setzt Kiener auf verbindliche Quoten für die einzelnen Formen der Stromproduktion – Wasserkraft und neue Erneuerbare eingeschlossen. „Die Quoten wären eine elegantere Massnahme als Importabgaben auf fossil erzeugten Strom“, so Kiener. Schliesslich fordert er die Senkung der Wasserzinsen, die heute 1,4 Rappen pro Kilowattstunde bei 6 Rappen Gestehungskosten und 3 Rappen Marktpreis ausmachten. Sie sollten künftig aus einem Sockelbetrag und einem marktabhängigen Zuschlag bestehen.  stk

Mehr zu Energie

Aktuelles im Firmenwiki