E-Voting der Post soll 2023 fertig sein

20. April 2022 11:42

Neuenburg - Fachleute haben eine Betaversion des Post-Systems zur elektronischen Stimmabgabe unter die Lupe genommen. Sie stellen insgesamt ein gutes Zeugnis aus, haben aber auch Schwachstellen gefunden. Diese werden nun bearbeitet. Ab 2023 sollen die Kantone das E-Voting nutzen können.

Berichte von unabhängigen Expertinnen und Experten über vorläufige Versionen des E-Voting-Systems der Post sind jetzt veröffentlicht worden. Die Bundeskanzlei hatte von Juli 2021 bis Februar 2022 Fachleute aus Wissenschaft und Industrie beauftragt, das System hinsichtlich Kryptografie, Software, Infrastruktur und Betrieb sowie mit Angriffsversuchen zu überprüfen. Die Überprüfung der Infrastruktur und des Betriebs bei den Kantonen sei noch im Gang, heisst es in einer Medienmitteilung der Bundeskanzlei.

Erste Ergebnisse wurden von der Bundeskanzlei am 20. April veröffentlicht. Sie zeigen, dass das E-Voting-System der Post seit 2019 wesentlich verbessert wurde. Die festgestellten Mängel betreffen unter anderem das kryptografische Protokoll, das die Verifizierbarkeit unter Wahrung des Stimmgeheimnisses gewährleisten soll.

Wie die Post ihrerseits mitteilt, hat sie auf dem Portal E-Voting der Post ihre Antwortberichte aufgeschaltet. Sie sollen Auskunft darüber geben, wie die Post die jeweilige Schwachstelle beheben will.

Gleichzeitig zum Bund hatte auch die Post internationale Fachleute der Kryptografie und die ethische Hackerszene eingeladen, die öffentlich einsehbaren Dokumente der einzelnen Systemkomponenten eingehend zu prüfen. Laut ihrer Medienmitteilung hat sie 130 Rückmeldungen erhalten. Ein Teil der Befunde sei bereits in neuesten Systemversion umgesetzt. Weitere Überarbeitungen würden folgen.

„Unser Ziel ist es, den Kantonen ein sicheres E-Voting-System der neuesten Generation bereitzustellen“, wird Nicole Burth, Leiterin Kommunikation Services und Mitglied der Post-Konzernleitung, zitiert. Es werde weiter verbessert, „bevor wir es den Kantonen für den Einsatz an Abstimmungen und Wahlen bereitstellen“. Das soll im Laufe des Jahres 2023 der Fall sein. mm

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