Digitalisierung verringert Kosten im Gesundheitswesen

26. September 2017 11:58

Zürich - Eine konsequente Digitalisierung könnte die Gesundheitskosten der Schweiz um fast 300 Millionen Franken jährlich senken. Patienten und Leistungserbringer profitierten zusätzlich durch Zeitersparnis. Dies ergab eine Studie der KPMG.

Die Schweizer Gesundheitskosten haben sich seit 1995 fast verdoppelt, schreibt KPMG in einer Mitteilung. Gleichzeitig steige die Anzahl der Smartphone-Nutzer in der Schweiz in den letzten Jahren jährlich um rund 10 Prozentpunkte. Vor diesem Hintergrund hat das Beratungsunternehmen untersucht, in welchem Masse die Digitalisierung zur Einsparung von Zeit und Kosten im Gesundheitswesen beitragen kann. 

„Mit Blick auf die damit verbundenen technologischen Möglichkeiten stellt die Verknüpfung des Smartphones mit dem künftigen elektronischen Patientendossier einen effektiven Ansatzpunkt für Kosteneinsparungen dar“, wird Michael Herzog, Sektorleiter Gesundheitswesen von KPMG Schweiz, in der Mitteilung zitiert. Nach Ansicht des Beratungsunternehmens lassen sich eine ganze Reihe psychischer und telefonischer Kontakte zwischen Patient und Leistungserbringer durch konsequente Digitalisierung drastisch reduzieren. Der Austausch von medizinischen Verlaufsdokumenten entfiele sogar vollständig. 

In einem in der Mitteilung dokumentierten Fallbeispiel errechnet KPMG für einen fünfstufigen Patientenpfad von Hausarzt über Spezialist, Akutspital und Rehabilitationsklinik zurück zum Hausarzt ein Einsparpotenzial von 87 Minuten und 59 Franken pro Patient. Das grösste Einsparpotenzial wird dabei bei chronisch Kranken ausgemacht. Selbst bei konservativen Szenarien kommt die KPMG jedoch insgesamt auf ein jährliches Einsparpotenzial von 296 Millionen Franken. hs

Aktuelles im Firmenwiki