Digitale Technik soll Bürgerbeteiligung verbessern

29. Januar 2020 14:12

Lausanne/Genf - Digitale Plattformen für die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungsprozesse werden in der Schweiz immer wichtiger. Allerdings fehlt es für die so genannte Civic Tech bei den politischen Akteuren noch an Wissen und Ressourcen. Das zeigt eine Umfrage der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne.

Die öffentlichen Verwaltungen in der Schweiz bedienen sich zunehmend digitaler Technologien, um ihre Bürgerinnen und Bürger besser zu verstehen. Das ist eines der Ergebnisse des ersten Civic Tech-Barometers. Es wurde von Forschenden des Urban Sociology Laboratory (LaSUR) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) in Zusammenarbeit mit dem Dienst für Kommunikation und Bürgerbeteilung des Genfer Regierungsrats entwickelt. 

Die Idee hinter der civic technology oder Civic Tech (digitale Technologie für partizipative Demokratie) ist, Bürgerinnen und Bürgern stärker in demokratische Prozessen einzubinden. Wie weit Civic Tech inzwischen verbreitet ist, wollten die Forschenden mittels einer zwischen August und November 2019 durchgeführten Umfrage herausfinden. Laut einer Medienmitteilung haben insgesamt 83 Angestellte von Behörden in französisch-, deutsch- und italienischsprachigen Regionen der Schweiz daran teilgenommen.

Die Antworten zeigten, dass die Hälfte der bisher genutzten Plattformen nicht wirklich partizipatorisch sind und nur Einwegkommunikation erlauben. Anders sei das bei stärker kollaborativen Plattformen wie Decidim und dem digitalen Dorfplatz Crossiety.

Treibende Kraft hinter der Nutzung solcher Bürgertechnologien seien meist lokale Exekutivorgane. Doch hätten die Behörden „noch keine klare Vorstellung von den Rollen und Fähigkeiten, die für diese Art von Initiativen erforderlich sind“, wird die Doktorandin Armelle Hausser zitiert, welche die Umfrage durchgeführt hat. Zudem neigten die Schweizer Behörden immer noch dazu, den so gewonnenen Ansichten „im endgültigen Entscheidungsprozess nicht das gebührende Gewicht zu geben“.

Die Ergebnisse dieser ersten Umfrage werden am 3. Februar im Genfer 3DD Espace de Concertation vorgestellt. Eine zweite Umfrage im Herbst soll ein noch klareres Bild liefern. mm

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