Digitale Personalprozesse werden unterschätzt

11. Januar 2019 13:10

München/Zürich - Viele Personalabteilungen arbeiten weiter primär mit manuellen Prozessen. Eine Digitalisierung könnte die Effizienz hingegen deutlich steigern. Auch die Arbeitgeberattraktivität würde dadurch zunehmen. Dies ergibt eine Studie von Bain & Company.

Während deutsche Unternehmen ihre Digitalisierung in Bereichen wie Vertrieb und Produktion vorantrieben, hinke der Bereich Personalwesen oft hinterher, schreibt Bain & Company in einer Mitteilung zur Studie „Personal 4.0: Digital gestalten statt analog verwalten“. Ihr zufolge erbringt ein Drittel aller Personalabteilungen Serviceleistungen vorwiegend manuell, Excel- oder papierbasiert. „Der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und Advanced Analytics“ könne hingegen „die Effizienz im Personalwesen um 20 bis 30 Prozent erhöhen“, schreibt das Managementberatungsunternehmen in der Mitteilung. Als Beispiele werden dort moderne Softwarelösungen für Bewerberinterviews, die automatische Anpassung von Schichtplänen oder die Anpassung von Trainingsmodulen an individuelle Bedürfnisse genannt.

Zudem verleihe eine digitalisierte Personalabteilung dem Unternehmen eine höhere Attraktivität als Arbeitgeber, argumentiert Bain & Company. „Die heftig umworbenen Digital Natives achten sehr genau darauf, wie sich ein Unternehmen im Bewerbungsprozess präsentiert“, wird Bain-Partner und Ko-Autor der Studie Jörg Gnamm in der Mitteilung zitiert. „Digitale Personalprozesse sind deshalb die beste Visitenkarte.“

Der Studie zufolge planen 78 Prozent der befragten Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren maschinelles Lernen in mindestens einem Prozess des Personalwesens einzusetzen. Nach Einschätzung von Studien-Ko-Autor Gunther Schwarz können solche Pilotprojekte „die Initialzündung für eine weitreichende Digitalisierung des Personalwesens sein“. hs

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