Die Schweiz ist ein Deeptech-Zentrum mit Schwächen

10. Dezember 2021 13:40

Luzern/Lausanne - Die Qualität des Start-up-Standorts Schweiz ist hoch, insbesondere bei Technologietransfer und Frühphasenfinanzierung. Schwachstellen konstatiert der vierte Swiss Startup Radar bei der Digitalisierung und der Beschleunigung des Wachstums.

Der Swiss Startup Radar 2021/2022 sieht für die Schweiz als Deeptech-Standort viele Stärken und ein hohes Niveau. So bewege sich die Quote von vier Serie A-Finanzierungsrunden pro 100'000 Einwohner auf ähnlichem Niveau wie in den USA und liege höher als in Grossbritannien oder Schweden. Der Erfolg wird auf die verstärkte Aktivität von Schweizer Beteiligungsgesellschaften und Business Angels zurückgeführt. Sie hätten durch ihre Investitionen zum Aufschwung der Frühfinanzierungsrunden beigetragen, heisst es in einer Medienmitteilung zur Studie.

Für die Attraktivität der Schweiz spreche auch die besonders hohe Zahl ausländischer Gründer. Zudem sei der Anteil der CEOs und Führungskräfte mit Doktortitel höher als in jedem anderen vergleichbaren Land und doppelt so hoch wie in Grossbritannien oder den USA. „Die Schweiz sieht sich zu Recht als Deeptech-Nation“, werden die beiden Studienautoren Michael Rockinger, Professor für Finanzen an der Fakultät für Business und Ökonomie (HEC) der Universität Lausanne, und Stefan Kyora, Chefredaktor des Nachrichtenportals startupticker.ch, zitiert.

Andererseits zeige sich die Wachstumsschwäche des Standorts bei elf bis 15 Jahre alten Technologieunternehmen. Sie beschäftigen durchschnittlich 16 Mitarbeitende, „signifikant weniger als in vergleichbaren Ländern“. Dies sei auf eine niedrige Investitionsrate in der Wachstumsphase zurückzuführen.

Zudem würden immer noch zu wenige Start-ups von Frauen geführt, obwohl 40 Prozent ihrer Angestellten weiblich sind. Hinzu komme, dass in der Schweiz von Männern geführte Start-ups 2,7-mal mehr Kapital anziehen als von Frauen geleitete. mm

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