Die beiden ETH sind auf Wachstumskurs

25. April 2016 12:41

Bern - Die ETH Zürich und die EPFL verzeichneten 2015 bei der Anzahl der Studierenden einen neuen Höchstwert. Bei den internationalen Rankings stiegen sie weiter auf. Zudem wurde fast wöchentlich ein Spin-off gegründet. Dennoch stehen die beiden Hochschulen vor Herausforderungen.

Die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) Zürich und Lausanne verzeichneten 2015 insgesamt 29.357 Studierende und Doktorierende. Dies ist laut einer Mitteilung des ETH-Rats 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr und entspricht einem neuen Höchstwert. Seit 2006 ist die Zahl der Studierenden an den beiden Hochschulen um knapp 60 Prozent gestiegen. Gleichzeitig legte der Finanzierungsbeitrag des Bundes nur um 30 Prozent zu, was sich negativ auf das Betreuungsverhältnis auswirkte.

Trotz des enger werdenden finanziellen und politischen Spielraums konnten die beiden Hochschulen 2015 in massgeblichen internationalen Ranglisten weiter aufsteigen. Die ETH Zürich verbesserte sich beim Times Higher Education Ranking (THE) von Platz 13 auf Platz 9. Die EPFL verbesserte sich von Rang 34 auf Rang 31. Auf der europäischen THE-Rangliste liegen die beiden Hochschulen auf den Rängen 4 und 11.

Insgesamt haben die beiden Hochschulen im vergangenen Jahr 219 Patente angemeldet. Ausserdem gründeten Forschende aus Institutionen des ETH-Bereichs mit 48 Ausgründungen beinahe jede Woche eine Jungfirma. Dies verdeutliche die herausragende Rolle des ETH-Bereichs im Wissens- und Technologietransfer, was auch eine internationale Expertengruppe bestätigt, die den ETH-Bereich 2015 im Auftrag von Bundesrat Johann Schneider-Ammann evaluierte.

Eine Herausforderung stellt unter anderem das Stabilisierungsprogramm 2017–2019 des Bundesrats dar, das für den Bildungs-, Forschungs- und Innovationsbereich überdurchschnittliche Kürzungen vorsieht. Der ETH-Rat habe deswegen Spar- und Verzichtsprogramme mit einem Gesamtumfang von rund 200 Millionen Franken in die Wege geleitet. Weitere Herausforderungen erwartet der ETH-Rat wegen dem möglichen Wegfall der Fachkräfte aus dem Ausland aufgrund der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative. Der ETH-Bereich fordert deshalb, dass Forschende und ihre Familien von einer Kontingentierung ausgenommen werden oder dass Hochschulen und Forschungsinstitutionen ein separates Kontingent erhalten. Für die weitere Teilnahme am EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 müsse zudem die Ratifizierung des Protokolls zur Ausweitung der EU-Personenfreizügigkeit auf Kroatien durch das Parlament erfolgen. ssp

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