Deutschland will leichte Plastiksäcke verbieten

06. November 2019 15:16

Berlin - Die deutsche Regierung hat ein Verbot von leichten Plastiksäcken beschlossen. Betroffen sind auch Säcke aus wiederverwertetem Kunststoff. Nur sehr dünne Tüten für stückweise angebotenes Obst und Gemüse bleiben erlaubt.

Deutschland geht bei der Bekämpfung von Plastikmüll einen Schritt weiter. Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine Änderung des Verpackungsgesetzes beschlossen. Damit wird es laut einer Mitteilung Händlern verboten, leichte Plastiktüten in den Verkehr zu bringen. Säcke mit einer Wandstärke von weniger als 50 Mikrometern dürfen dann nicht mehr verkauft werden.

Das betrifft auch Tüten aus Kunststoffen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, etwa Kartoffel- oder Maisstärke. „Sie stellen keine ökologisch sinnvolle Alternative dar, weil sie schwer recyclebar sind und die für ihre Herstellung benötigten pflanzlichen Rohstoffe oft unter verstärktem Pestizideinsatz gewonnen werden“, schreibt die Bundesregierung.

Dagegen sollen sehr leichte Tüten aus Kunststoff mit einer Wandstärke von weniger als 15 Mikrometern weiter zugelassen sein. Sie werden im Handel für den Transport von stückweise angebotenem Obst und Gemüse verwendet.

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung lehnt dieses generelle Verbot von Plastiktüten ab. Tragtaschen aus Kunststoff seien beim Materialaufwand und Tragfähigkeit optimiert, heisst es in einer Mitteilung des Branchenverbandes. „Wir vermuten hinter dieser Entscheidung blosse Symbolpolitik", kritisiert bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock den Beschluss der Bundesregierung. 

Der Schweizer Einzelhandel setzt auf den Preis statt auf Verbote. Er will bis Ende 2020 alle Plastiksäcke kostenpflichtig machen. Das sieht eine neue, erweiterte Branchenvereinigung der Swiss Retail Federation und der IG Detailhandel Schweiz vor. Nur da, wo es Plastiksäcke aus hygienischen Gründen braucht oder wo sie im Offenverkauf etwa von Früchten oder Gemüse als Erstverpackung eingesetzt werden, soll die Gratisabgabe weiterhin möglich bleiben. Coop, Manor und Migros setzen diese Vereinbarung bereits auf Anfang 2020 um. stk

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