Deutschland dominiert Schweizer Konjunktur

16. Oktober 2019 11:29

St.Gallen - Die Schweizer Wirtschaft hänge am Tropf des Nordens, meint Martin Neff. Der Raiffeisen-Chefökonom rechnet damit, dass die Schweizer Konjunktur 2020 nur leicht anzieht. Neff führt dies insbesondere auf eine Wachstumsschwäche in Deutschland zurück.

Die Schweizer Wirtschaft werde im kommenden Jahr um 1,3 Prozent wachsen, prognostiziert Raiffeisen Schweiz in einer Mitteilung. Hintergrund ist ein „dominanter Einfluss der deutschen Konjunktur“. Obwohl die Abhängigkeit der Schweizer Wirtschaft vom Nachbarland abgenommen habe, hänge sie immer noch „stark am Tropf des Nordens“, wird Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff in der Mitteilung zitiert. „Von dieser engen Verbundenheit mit dem Nachbarn im Norden hat die Schweiz meist profitiert“, meint Neff. In letzter Zeit sei „die Konjunkturlokomotive Deutschland“ jedoch zu einem Bremsklotz auch für die Schweizer Wirtschaft geworden. Auch in den USA sieht der Chefökonom aufgrund aus dem Ruder laufender Staatsschulden dunkle Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen.

„Neben Deutschland und den USA neigen auch die anderen hochindustrialisierten Länder zu konjunktureller Schwäche“, erläutert Neff weiter. Ihm zufolge wird das chinesische Wirtschaftswachstum 2020 erstmals seit Jahrzehnten weniger als 6 Prozent erreichen. Hier hinterlasse der Handelskonflikt mit den USA „allmählich seine Spuren“.

Die Gefahr einer Immobilienblase in der Schweiz sieht der Raiffeisen-Chefökonom jedoch nicht gegeben. Die heutige Nachfrage am Wohnungsmarkt werde vor allem von Wohneigentümern getragen, meint Neff. Weil somit „das spekulative Element“ fehle, hält der Chefökonom den Markt „auch beim derzeitigen hohen Preisniveau“ für „nicht absturzgefährdet“. hs

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