Deutsche wünschen schnelleren Kohleausstieg

17. September 2019 12:36

St.Gallen - Die deutsche Regierung visiert einen Ausstieg aus der Kohle bis 2038 an. In der Bevölkerung wäre hingegen auch ein Ausstieg bereits 2025 mehrheitsfähig. Dies hat eine Studie der Universität St.Gallen ergeben. Für sie wurde auch in den deutschen Kohleregionen nachgefragt.

Für die Studie hat das Institut für Wirtschaft und Ökologie (IWÖ) der Universität St.Gallen (HSG) 2161 deutsche Wähler und weitere je 500 Personen in den beiden deutschen Kohleregionen Rheinland und Lausitz befragten lassen, informiert die HSG in eine Mitteilung. Den Befragten wurden dabei Szenarien mit unterschiedlichen Ausstiegszeitpunkten und unterschiedlichen Auswirkungen auf die Beschäftigung sowie hinsichtlich der anfallenden Kosten zur Wahl gestellt.

Eine Expertenkommission hat der deutschen Regierung eine schrittweise Stilllegung der Kohlekraftwerke bis 2038 nahegelegt. Die Analysten der HSG machten in ihrer Studie hingegen die grösste Zustimmung für das Szenario eines Kohleausstiegs bereits 2025 aus. Dafür nähmen die Befragten auch Mehrkosten in Kauf. Auch die Befragten in den Kohleregionen tendierten mehrheitlich zu einem Ausstieg bis 2025 oder 2030.

„Darüber hinaus zeigt unsere Analyse, dass ein baldiger Kohleausstieg nicht nur von links-grünen Wählern gewünscht wird, sondern auch bei Anhängern bürgerlicher Parteien wie CDU und FDP auf Zustimmung stösst“, wird Adrian Rinscheid, einer der beiden Studienautoren, in der Mitteilung zitiert. Er weist zudem auf die Bedeutung eines wissenschaftlichen Konsenses hinsichtlich der menschlichen Ursachen für den Klimawandel hin. „Bei Personen, die irrtümlich denken, dass die Wissenschaft in dieser Frage noch weitgehend uneinig sei, ist die Präferenz für einen frühen Ausstieg deutlich weniger ausgeprägt“, erläutert Rinscheid. hs

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