Deutsche Wirtschaft fordert Gespräche mit der Schweiz

19. Januar 2022 14:35

Berlin - Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert eine rasche Wiederaufnahme der Gespräche zwischen der EU und der Schweiz. Der Abbruch der Verhandlungen hätte bereits Schäden angerichtet. Die Zusammenarbeit soll sich an drei Prioritäten orientieren.

Die EU und die Schweiz sollen zügig wieder konstruktive Gespräche aufnehmen. Dies fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor dem Hintergrund eines Besuches von Bundespräsident Ignazio Cassis in Berlin.

Der Abbruch, der Verhandlungen zum Rahmenabkommen habe bereits zu „erheblichen wirtschaftlichen Störungen im Handel zwischen der EU und der Schweiz“ geführt, hält der deutsche Industrieverband in einem Positionspapier fest. Diese betreffen bereits die Medizinprodukte und bald auch den Maschinenbau.

Die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der EU sollte sich nach den drei Prioritäten strategische Souveränität Europas, Green Deal und europäische Wettbewerbsfähigkeit orientieren, meint BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Als wichtige Ziele hebt der BDI unter anderem die erneute vollständige Assoziierung der Schweiz an das EU-Forschungsprogramm Horizon Europe, die Wiederherstellung der Börsenäquivalenz und die Zusammenarbeit im Strombereich hervor.

Nach Ansicht des BDI ist eine „Paketlösung“ für die Beziehung der Schweiz mit der EU unersetzbar. Eine „Insellösung“ könne nicht die gleichen Spielregen für alle garantieren. Die EU soll sich gleichzeitig für „ein Modell mit möglichst enger wirtschaftlicher Bindung“ offen zeigen.

Weiter stellt der BDI auch Forderungen in Bezug auf die flankierenden Massnahmen der Schweiz. Es brauche einen „Rückbau unfairer Hürden in der Dienstleistungsfreiheit durch unverhältnismässige Lohnschutzregelungen oder vergleichbare bürokratische Erfordernisse“, heisst es. Zugleich würdigt der BDI den Schweizer Beschluss, die Kohäsionsmilliarde zu bezahlen. Dies zeige „politische Verlässlichkeit“. ssp

Mehr zu Handel

Aktuelles im Firmenwiki