Der digitale Landwirt kennt jeden Kohlkopf

01. Juli 2020 12:15

St.Gallen - Das von der Fachhochschule St.Gallen geführte Forschungsprojekt „DigiLand“ soll Möglichkeiten der Digitalisierung des Obst- und Gemüseanbaus in der Region Bodensee ermitteln. Das Ergebnis sind gezielte Anleitungen sowie ein Management-Cockpit für Landwirte und Vermarkter.

Die Kernfrage des Projektes DigiLand war: Auf welchen Feldern und wo wiederum im Feld gedeiht Kohl am besten? Damit sowie mit sinnvollen Möglichkeiten der digitalen Steuerung landwirtschaftlicher Produktions-, Planungs-, Vermarktungs- und Abrechnungsmodellen hat sich das kurz DigiLand genannte Forschungsprojekt „Digitalisierung der Land- und Ernährungswirtschaft in der Bodenseeregion“ befasst, an dem unter Führung der Fachhochschule St.Gallen (FHS), die Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs (NTB) und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) von Februar 2018 bis April 2020 zusammengearbeitet haben.

Entwickelt wurde laut FHS-Medienmitteilung ein Konzept zur Datenerfassung in der Wachstumsphase von Kohlgewächsen sowie Prognosemodelle zur Ernte- und Ertragsoptimierung. Das „Erntemodul“ erfasst Daten jeder Pflanze wie Gewicht, Erntezeitpunkt oder genauen Standort im Feld. „Mit den erhobenen Daten konnte erstmalig eine Ertragskartierung für die Ernte von Brokkoli-Pflanzen durchgeführt werden – die Landwirte kennen zukünftig jeden Kohl persönlich“, sagt der Projektleiter von DigiLand Oliver Christ.

Das Forscherteam baute ein Management-Cockpit auf. Damit können Landwirtinnen und Landwirte errechnen lassen, ob sie ihr Jahresziel erreicht haben, wie gross die Ausschussmenge einer Pflanze ist, aber auch welches Potenzial für die Zukunft besteht und wie verschiedene Parameter wie Wasserverbrauch, Arbeitskosten und Qualitätskriterien optimiert werden können.

Die Internetseite DigiLand zeigt ausserdem schon bestehende Modelle für sogenanntes Smart Farming auf, eine Art Technologieradar. Lukas Scherer, Institutsleiter des Instituts für Qualitätsmanagement und Angewandte Betriebswirtschaft der FHS, erklärt: „Der Technologieradar ist ein praktikabler Baukasten, der auf wissenschaftlicher Basis entwickelte Lösungen für die zukunftsorientierte Landwirtschaft charakterisiert.“ Auf Basis der aus dem Technologieradar gewonnenen Erkenntnisse und detaillierter Arbeitsanalysen wurden Prozessmodelle für den Anbau von Obst und Gemüse in der Bodenseeregion entwickelt. gba 

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