Denkfabrik stellt Strategie gegen Weltraummüll vor

21. Dezember 2021 10:00

Lausanne - Das International Risk Governance Center hat ein Strategiepapier gegen das Kollisionsrisiko durch Weltraummüll vorgelegt. Die an der EPFL angesiedelte Denkfabrik hält politisches Handeln für dringlich, weil weltraumgestützte Dienste für Navigation, Wettervorhersage und Kommunikation gefährdet seien.

Um künftige Operationen im Weltraum zu gewährleisten, müssen jetzt Massnahmen gegen das Kollisionsrisiko durch Weltraummüll ergriffen werden. Das ist die Kernaussage des aktuellen Strategiepapiers des International Risk Governance Council (IRGC) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) mit dem Titel „Policy options to address collision risk from space debris“. Die Denkfabrik zeigt mit ihrer Publikation technische und politische Optionen auf, die eine grundlegende Beeinträchtigung weltraumgestützter Dienste wie Umweltüberwachung, Navigation, Wettervorhersage und Kommunikation vermeiden können. Dieses Positionspapier ist ein Ergebnis eines Projekts des IRGC in Zusammenarbeit mit dem EPFL Space Center und EPFL Space Innovation.

Eine Mitteilung zu diesem Strategiepapier verweist auf den von Russland am 15. November durchgeführten Test mit einer Anti-Satellitenwaffe. Dabei wurde der sowjetische Spionagesatellit Kosmos 1408 zertrümmert. Seine 1500 verfolgbaren Trümmerteile hätten das Risiko für andere Raumfahrzeuge und Menschenleben deutlich erhöht. Zudem werde die Zahl von derzeit 4500 Satelliten in der Erdumlaufbahn in den kommenden Jahren vermutlich um 60'000 weitere wachsen. Die unregulierte Nutzung des Weltraums habe zu einer „überfüllten Umgebung“ geführt.

Nun müssten geeignete Strategien nicht nur für die Schadensbegrenzung, sondern auch für die Sanierung gefunden werden. In die Diskussionen darüber solle eine grössere Anzahl von Interessengruppen, die von raumfahrtbezogenen Aktivitäten profitieren oder diese durchführen, einbezogen werden. „Insgesamt brauchen wir ein grösseres und engagierteres politisches Engagement sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene“, so Studienautor Romain Buchs, der die wichtigsten Erkenntnisse und Forderungen auch in einem Video zusammenfasst. „Das wird für den Fortschritt entscheidend sein.“ mm

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