Davoser Forschende liefern Erkenntnisse zu COVID-19

17. Juni 2020 13:54

Davos - Forschende des Schweizerischen Instituts für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF) tragen mit ihrer aktuellen Arbeit massgeblich zum Kampf gegen das Coronavirus bei. Dabei hilft auch ihre gute internationale Vernetzung.

Forschende des SIAF haben sich den weltweiten Bemühungen angeschlossen, COVID-19 zu bekämpfen. Ihre raschen, frühen und aufschlussreichen Publikationen hätten laut einer Medienmitteilung dazu beigetragen. 

So entdeckte etwa die Forschungsgruppe von Milena Sokolowska in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) und der amerikanischen Universität Stanford, dass Zellen der Atemwege und auch Immunzellen im Blut gleich mehrere Rezeptoren für Coronaviren besitzen. Dabei stellten sie fest, dass sich diese Rezeptoren ebenso wie Signalmoleküle bei Erwachsenen und Kindern unterschiedlich verhalten. Dies könnte zum Teil erklären, warum COVID-19 bei älteren Menschen gewöhnlich schwerer verläuft.

Sokolowska leitet darüber hinaus mit einer Wiener Kollegin ein internationales Konsortium unter dem Schirm der Europäischen Akademie für Allergie und Klinische Immunologie (EAACI). Es befasst sich mit der Immunologie und der klinischen Antwort auf COVID-19. Zudem habe das SIAF zu Behandlungsempfehlungen der EAACI beigetragen.

Zudem fanden SIAF-Forschende heraus, dass diese Rezeptoren und Signalmoleküle bei Rauchern sowie bei Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck und chronischen Atemwegserkrankungen in höheren Mengen vorhanden sind als bei gesunden Menschen. Das könnte ein Grund dafür sein, dass sich Menschen mit Vorerkrankungen eher infizieren und schwerere Krankheitsverläufe aufweisen. Diese Erkenntnisse seien detailliert in einer wissenschaftlichen Publikation beschrieben worden und hätten international grosse Aufmerksamkeit erregt.

Neben der Publikation von Artikelserien zum Thema seien die Forschungsgruppen am SIAF auch damit befasst, Forschungsgelder für Studien zu COVID-19 und SARS-CoV-2 einzuholen. Zusätzlich arbeite das SIAF in diversen Forschungsvorhaben mit der Hochgebirgsklinik Davos (HGK), dem Universitätsspital Zürich (USZ) sowie Forschungsgruppen in Deutschland, Spanien, China, Japan, Polen und den USA zusammen. Eine gemeinsame Arbeit mit einer Forschungsgruppe im chinesischen Wuhan habe etwa nahegelegt, dass Allergien keinen Risikofaktor darstellen. mm

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