Cybersicherheit sollte Chefsache werden

16. Februar 2018 14:24

München - Führende Unternehmen wie Allianz und Siemens haben auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Charta für Cybersicherheit unterzeichnet. Darin werden verbindliche Regeln, unabhängige Zertifizierung und die Einrichtung eines Ministeriums für Cybersicherheit gefordert.

Der von Siemens initiierten Initiative haben sich der Flugzeugbauer Airbus, die Versicherungsgruppe Allianz, der Autobauer Daimler, der amerikanische Technologiekonzern IBM, der niederländische Halbleiterhersteller NXP, der Schweizer Warenprüfer SGS und die Deutsche Telekom sowie die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) angeschlossen, informiert Siemens in der entsprechenden Mitteilung. Die digitale Welt müsse „sicherer und vertrauenswürdiger“ gemacht werden, wird Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens, dort zitiert.  „Es ist höchste Zeit zu handeln – und zwar nicht jeder alleine, sondern gemeinsam mit starken Partnern, die in ihren Märkten zu den führenden Unternehmen zählen.“

In der in München unterzeichneten Charta werden zehn Handlungsfelder aufgezeigt, auf denen Politik und Wirtschaft aktiv werden sollten. Cybersicherheit bekommt dabei den Rang der Chefsache, die Verantwortung dafür müsse „auf höchster Regierungs- und Unternehmensebene“ verankert werden. Die Politik solle dafür ein eigenes Ministerium, die Unternehmen einen Chief Information Security Officer einführen. 

Für „kritische Infrastrukturen im Internet der Dinge“ sieht die Charta die Einführung verpflichtender, unabhängiger Zertifizierungen vor. Cybersicherheit und Datenschutz sollten zudem „künftig in Technologien vorkonfiguriert“ und Bestandteil von Freihandelsabkommen sein. Unterstützt wird die Initiative bereits von Chrystia Freeland, Aussenministerin Kanadas und Stellvertreterin für die G7, sowie der EU-Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum, Elżbieta Bieńkowska. hs

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