Crystallise! AG ist an Durchbruch beteiligt

Die Crystallise! AG ist von Gunther Steinfeld und Gustavo Santiso-Quiñones gegründet worden. Beide gehören zu den Verfassern der Studie „rapid structure determination of microcrystalline molecular compounds using electron diffraction“. Die Studie setzt sich mit der Nutzung von Elektronenstrahlen bei der Analyse kristalliner Strukturen auseinander. Bislang werden dafür normalerweise Röntgenstrahlen genutzt. „Warum haben wir daran nicht schon früher gedacht“, ist ein Artikel bei „Nature“ überschrieben, welcher sich mit der Studie auseinandersetzt. Denn durch den Einsatz der Elektronenstrahlen könne die Analyse der Strukturen in Minuten statt wie zuvor in Wochen durchgeführt werden.

Die neue Methode namens 3D Electron Diffraction wurde von Tim Grüne vom Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen AG weiterentwickelt. Die Crystallise! AG, Mitglied im Bio-Technopark Schlieren-Zürich, ist ihrerseits mit einer Vertretung im Park INNOVAARE in Villigen präsent. Grüne erläutert bei „Nature“, dass für die 3D Electron Diffraction keine neuen Geräte oder Software entwickelt werden müssen.

Die Entwicklung ist insbesondere für die Pharmabranche sehr interessant, da sie in der Medikamentenentwicklung eingesetzt werden kann. Das Team um Grüne, Steinfeld und Santiso-Quiñones hat die Struktur des Schmerzmittels Paracetamol untersucht. Die kristallinen Strukturen waren nur einige Mikrometer lang – zu klein für die herkömmliche Analyse mit Röntgenstrahlen.

Neben „Nature“ hat sich auch „Science Translational Medicine“ mit dem vielbeachteten Durchbruch beschäftigt. Autor Derek Lowe gibt darin zu verstehen, dass sich durch die neue Entwicklung eine Vielzahl an Möglichkeiten auftun würde. Santiso-Quiñones gibt in den Kommentaren zu dem Artikel zu verstehen, dass die Crystallise! AG diese Technologie schon bald als Dienstleistung anbieten wird. Sie wird dann die Struktur eines jeden nano-kristallinen Materials untersuchen und analysieren. jh