Credit Suisse ordnet Schweizer Heimmarkt neu

25. August 2020 12:43

Zürich - Die Credit Suisse positioniert ihr Schweizer Geschäft neu. Sie verringert die Zahl der Filialen, senkt die Kosten und wird eine Anzahl von Stellen abbauen. Die Neue Aargauer Bank wird in die Credit Suisse integriert.

Die Grossbank Credit Suisse reagiert auf die Veränderung im Kundenverhalten mit einer Hinwendung zum digitalen Online-Banking. Es gehe darum, das Breitengeschäft mit Privatkunden weiter auszubauen sowie es zu vereinfachen und effizienter zu gestalten, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Zur Effizienz gehört die Verkleinerung des Filialnetzes auf 109 gegenüber aktuell 146 Standorten. Im Kanton Aargau wird die bisher selbständige Neue Aargauer Bank AG (NAB) in die Credit Suisse integriert und das gemeinsame Filialnetz von 30 auf zwölf reduziert. Es werde auch einen Stellenabbau geben, gibt André Helfenstein, CEO Swiss Universal Bank und Credit Suisse (Schweiz) AG, zu verstehen. Die Zahl ist noch nicht offiziell bekannt, als Grössenordnung werden 500 Stellen genannt. Insgesamt will die Bank jährlich rund 100 Millionen Franken einsparen.

Zum veränderten Kundenverhalten sagt CEO Helfenstein: „Digitalisierung ist heute allgegenwärtig und wird sich rasant weiter fortsetzen. Als eine führende Universalbank stellen wir sicher, dass wir mit unserem Angebot den sich ändernden Kundenbedürfnissen Rechnung tragen und unsere Ressourcen dort einsetzen, wo wir profitabel wachsen können. Die Anpassung unseres Geschäftsstellennetzes, bei gleichzeitiger Investition in digitale Lösungen und in die Beratung von Kunden mit komplexeren Bedürfnissen ist vor diesem Hintergrund folgerichtig.“ Trotz der Verkleinerung des Geschäftsstellennetzes würden „zeitgemäss aufgestellte und auf die Beratung fokussierte“ Filialen auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Das Online-Banking hat bei der Credit Suisse in den vergangenen beiden Jahren um 40 Prozent zugenommen. Credit Suisse will Ende Oktober ein neues, digitales Angebot einführen. 

Der Regierungsrat des Kantons Aargau ist enttäuscht über die Auflösung der Neuen Aargauer Bank. „Er bedauert, dass mit dem Verschwinden dieser Aargauer Traditionsbank viele wertvolle Arbeitsplätze verloren gehen“, wird Regierungsrat Urs Hofmann, Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, in einer Mitteilung der Regierung zitiert. „Die NAB ist als starke Regionalbank sowie wichtiger Arbeit- und Auftraggeber für die kantonale Volkswirtschaft von grosser Bedeutung.“ gba

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