COVID-19 gefährdet die Energiewende

13. Mai 2020 10:01

Genf - Das Weltwirtschaftsforum hat am Mittwoch seinen diesjährigen Bericht über den weltweiten Stand der Energiewende veröffentlicht. Demnach birgt die Coronavirus-Pandemie die Gefahr, dass die jüngsten Fortschritte im Sande verlaufen. Bei der Bewertung dieser Fortschritte nimmt die Schweiz weltweit den zweiten Platz ein.

Die von der aktuellen Pandemie verursachten ökonomischen Einbrüche und Ausgleichszahlungen der Länder haben ein hohes Potenzial, die kurzfristigen Energieziele der Weltgemeinschaft zu gefährden. Zu diesem Schluss kommt ein am Mittwoch vorgelegter Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF). Bei den erreichten Fortschritten ordnet das WEF die Schweiz als eines der beiden erfolgreichsten Länder ein. 

In seiner Studie „Fostering Effective Energy Transition 2020“ misst das WEF die Bereitschaft von 115 Volkswirtschaften zur Energiewende. Sie zeigt, dass 94 von ihnen seit 2015 Fortschritte gemacht haben. Der darin angelegte Energiewende-Index 2020 bewertet die aktuelle Leistung der Energiesysteme eines Landes. Diese Rangliste wird von Schweden angeführt. Die Schweiz liegt auf Platz zwei. Neben diesen beiden Ländern sind Finnland, Frankreich und Grossbritannien die einzigen G20-Länder unter den ersten Zehn.

Doch weise die ökologische Nachhaltigkeit insgesamt weiterhin Schwächen auf. Deshalb müssten laut einer Medienmitteilung Politikmassnahmen, Fahrpläne und staatliche Rahmenbedingungen für die Energiewende „auf nationaler, regionaler und globaler Ebene robuster und widerstandsfähiger gegenüber externen Schocks sein“.

COVID-19 habe Unternehmen aller Branchen gezwungen, sich auf zeitweise Betriebsstilllegungen, Veränderungen der Nachfrage und neue Arbeitsweisen einzustellen. Dazu hätten die Regierungen Konjunkturpakete aufgelegt, um diese Auswirkungen abzumildern. Wenn sie unter Berücksichtigung langfristiger Klimaziele umgesetzt würden, könnten sie den Übergang zu sauberer Energie auch vorantreiben.

Nach wie vor seien jedoch die Diskrepanzen zwischen dem, wozu man sich verpflichtet hat, und den tatsächlichen Ergebnissen gross. Doch biete die Pandemie „eine Möglichkeit, unorthodoxe Eingriffe in die Energiemärkte und eine globale Zusammenarbeit in Betracht zu ziehen. Das könnte eine Erholung unterstützen und den Energiewandel beschleunigen, sobald die akute Krise abklingt“, so Roberto Bocca, Leiter Energie und Materialien beim WEF.

Letztlich seien grössere Anstrengungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die jüngste Dynamik nicht nur erhalten bleibe, sondern beschleunigt werde, heisst es in der Medienmitteilung. mm

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