Coronavirus verändert Reisepläne

04. Juni 2020 10:39

Winterthur - Wie eine empirische Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zeigt, haben drei von vier Schweizerinnen und Schweizern ihre geplante Auslandsreise bereits storniert oder wollen dies noch tun. Doch ebenso viele möchten 2020 trotzdem Ferien machen. Das bietet Chancen für den Inlandstourismus.

Die Virus-Pandemie hat massgeblich verändert, wie und wohin gereist wird. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). In dieser Studie gaben die meisten Befragten laut einer Medienmitteilung an, Reisepläne gehabt zu haben. Jedoch wurden fast drei von vier Reisen storniert oder sollen noch storniert werden. Das betrifft vor allem Ziele in Übersee, aber auch im europäischen Ausland. 

Die wenigsten hätten angegeben, konkrete Ersatzpläne zu haben. Doch wollen drei Viertel der Befragten trotz COVID-19 Ferien machen. „Flexible Stornierungsbedingungen und wenig Corona-Fälle in der Urlaubsregion sind momentan wichtige Entscheidungskriterien für viele Reisende“, führt Studienleiterin Nina Heim aus. „Zudem erwarten sie erweiterte Desinfektionsmassnahmen und ein spezielles Schutzkonzept.“

Von den Studienteilnehmern werde etwa befürchtet, sich in der Ferienregion in Quarantäne begeben zu müssen oder im Ernstfall keine angemessene medizinische Versorgung zu erhalten. In der Erhebung werde deutlich, dass Reisen in der Schweiz allgemein als weniger risikoreich wahrgenommen werden. Dies biete eine Chance für den Schweizer Tourismus, auch, „weil die Krise überraschend wenig Einfluss auf die finanzielle Situation der Befragten hat“.

Von Reiseanbietern und Hotels würden mehrheitlich auch keine Rabatte erwartet. „Schaffen es die Schweizer Gastgeber, durch überzeugende Schutzkonzepte und offene Kommunikation Vertrauen zu schaffen, werden sie eine sehr attraktive Alternative zu den Angeboten im Ausland darstellen“, so Studien-Mitautor und Leiter der Fachstelle für Behavioral Marketing der ZHAW, Steffen Müller. mm

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