Coronavirus bremst Wirtschaft

03. März 2020 14:27

Basel - Das Coronavirus steckt auch die Schweizer Wirtschaft an. BAK Economics senkt die Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 auf 1,3 Prozent. Wenn das Virus in den kommenden Monaten nicht eingedämmt werden kann, könnte es im Sommer zu einer Rezession kommen.

Das Coronavirus hat sich in den vergangenen Wochen auch in Europa und dem Rest der Welt ausgebreitet. Damit wirkt es sich stärker auf die Wirtschaft aus als erwartet, schreibt BAK Economics in einer Medienmitteilung. Das Institut korrigiert seine Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 entsprechend nach unten. Statt einem Wachstum von 1,5 Prozent geht es neu nur noch von einem Wachstum von 1,3 Prozent aus. Im ersten Quartal dürfte die Schweizer Wirtschaft noch um 0,2 Prozent wachsen. Für das zweite Quartal geht BAK Economics von einer Stagnation aus. Im Verlauf des zweiten Halbjahres seien gewisse Aufholeffekte wahrscheinlich. Alle Wertschöpfungsverluste könnten dadurch aber nicht aufgeholt werden. Im Jahr 2021 seien gewisse Aufholeffekte und ein Wachstum von 1,4 Prozent wahrscheinlich (bisher: +1,3 Prozent).

Auslöser für das schwächere Wachstum seien die Unterbrechungen der globalen Lieferketten, die Absage von Grossveranstaltungen sowie der Rückgang des Tourismus. Zudem werde der Anstieg der Unsicherheit und die schwächere globale Konjunktur temporär die Nachfrage nach Investitionsgütern verlangsamen.

Voraussetzung für die Prognose sei, dass das Virus in den kommenden Monaten eingedämmt werden kann. Wenn es zu einer globalen Pandemie kommt, dann ist laut BAK Economics mit „massiven Produktionsausfällen“ in den USA und in Europa zu rechnen. In einem solchen Negativszenario würde die inländische Nachfrage und Produktion auch in der Schweiz deutlich schwächer ausfallen. Ausserdem wäre ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen wahrscheinlich. In so einem Fall würde die globale Wirtschaft nur um rund 1 Prozent wachsen und in der Schweiz könnte es im Sommerhalbjahr zu einer Rezession kommen. „Auf das Gesamtjahr 2020 würde dies bestenfalls eine Stagnation bedeuten“, heisst es. ssp

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