Corona wirft Reisen in Europa um 20 Jahre zurück

20. Dezember 2021 13:13

Basel - Reisen zwischen den grossen Städten Europas haben im vergangenen Jahr durch die Corona-Pandemie im Durchschnitt 44 Minuten länger gedauert als noch 2018. Das werfe die Erreichbarkeit historisch um mindestens 20 Jahre zurück, folgert BAK Economics aus seinem aktuellen Erreichbarkeitsindex.

Der BAK-Erreichbarkeitsindex für Reisen innerhalb Europas hat sich 2020 gegenüber 2018 um 20 Prozent verschlechtert. Die mittlere Reisezeit zwischen den 412 untersuchten Städten sei im ersten Pandemiejahr um 44 Minuten gestiegen. Dabei seien Reiseverbote oder Belastungen durch Test- und Quarantänepflichten nicht berücksichtigt worden, so das Wirtschaftsforschungs- und Beratungsinstitut BAK Economics in einer Medienmitteilung.

„Der Einbruch der kontinentalen Erreichbarkeit ist enorm und betrifft alle Regionen Europas“, heisst es dort weiter. Insgesamt habe eine Mehrzahl der Standorte 2020 über eine schlechtere Erreichbarkeit verfügt als im Jahr 2000. In den 26 Schweizer Kantonen habe die verlorene Erreichbarkeit im europäischen Durchschnitt gelegen.

Den geringsten Rückgang habe Lugano verzeichnet. Die Stadt habe sich dank des Ceneri-Basistunnels gegenüber 2018 um vier Plätze verbessert. Zu den grössten Verlieren der Schweiz zählten mit Zürich und Genf die Orte mit der grössten Abhängigkeit vom Flugverkehr. Trotzdem sei die Erreichbarkeit Zürichs die beste aller Kantone gewesen.

Europaweit sei es bei Reisen nach Übersee zu einer „drastischen Verschlechterung der globalen Erreichbarkeit“ gekommen. Sie hätten im Schnitt fast zwei Stunden länger gedauert als vor der Corona-Pandemie. Für die zukünftige Entwicklung der Regionen sei es „von erheblicher Bedeutung, wie schnell und in welcher Form diese Erreichbarkeitsverluste“ wieder aufgeholt würden. Gerade für eine dezentral organisierte Schweiz seien attraktive Standortbedingungen in allen Landesteilen essenziell. mm

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