Corona-Krise bremst Schweizer Transaktionsgeschäft

27. Juli 2020 12:46

Zürich - Das Übernahmegeschäft in der Schweiz ist im ersten Halbjahr 2020 corona-bedingt um rund ein Viertel eingebrochen. Das geht aus dem neuesten Halbjahresbericht des Wirtschaftsberatungsnetzwerks KPMG hervor.

Mit der Ausbreitung des Coronavirus hat sich das Umfeld für Übernahmen und Fusionen (Mergers & Acquisitions, M&A) zusehends verschlechtert, die Investoren zeigen sich zurückhaltender. Das belegt der neueste M&A-Halbjahresbericht von KPMG. Demnach fiel die Zahl der Transaktionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent. 

Insbesondere seien Abschlüsse im zweistelligen Milliardenbereich ausgeblieben. Auch deshalb sank das Transaktionsvolumen in der ersten Jahreshälfte 2020 auf 27,7 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr 2019 lag es noch bei 87,2 Milliarden Dollar. Tiefer, nämlich bei 22,5 Milliarden Dollar, lag das Volumen zuletzt während der Finanzkrise im ersten Halbjahr 2008.

Auf nur drei Transaktionen entfiel mehr als die Hälfte des Volumens: den Kauf der Schweizer Veeam Software für 5 Milliarden Dollar durch die nordamerikanische Private-Equity-Gesellschaft Insight Partners und den Verkauf der Petrochemie-Sparte von BP an eine Schweizer Tochtergesellschaft der INEOS ebenfalls für 5 Milliarden Dollar. Insgesamt 4,5 Milliarden Dollar kosteten 81 Prozent der Anteile am portugiesischen Verkehrsinfrastrukturunternehmen Brisa-Auto Estradas de Portugal SA. Sie wurden gemeinschaftlich von Swiss Life Asset Managers, der niederländischen APG Group und der südkoreanischen National Pension Service erworben.

Überdurchschnittlich robust schnitt die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche ab. Rund ein Fünftel der Transaktionen aus dem ersten Halbjahr 2020 entfiel auf diese Branche.

„Wir stellen fest, dass die Unsicherheiten im Markt derzeit enorm gross sind“, so Timo Knak, Leiter Mergers & Acquisitions von KPMG, in einer Medienmitteilung. „Viele Transaktionen wurden ausgesetzt, da die Ertragspotenziale der Übernahme- und Fusionsziele aufgrund der besonderen Lage unklarer geworden sind.“ Gleichzeitig seien viele potenzielle Käufer mit der Bewältigung interner Probleme beschäftigt. Auch die weltweiten Reisebeschränkungen und Ausgangssperren hätten insbesondere komplexe internationale Transaktionsverhandlungen verlangsamt. mm

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