CO2-Bilanz von E-Mobilität hängt stark vom Rahmen ab

08. April 2022 14:06

Dübendorf ZH/Zürich/Villigen AG - Forschende von Empa, ETH und PSI haben errechnet, dass es für die tatsächliche CO2-Reduktion bei einem 60-prozentigen Umstieg auf strombasierte Mobilität massgeblich auf die Rahmenbedingungen ankommt. Je nach Simulation wären Einsparungen von 2 bis 4,5 Millionen Tonnen CO2 möglich.

Die Mobilitätswende durch die Elektrifizierung des Verkehrs und die damit anvisierte erhebliche Einsparung von CO2-Emissionen kann nur gelingen, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und des Paul Scherrer Instituts (PSI) in einer Studie, die im Journal „Applied Energy“ veröffentlicht wurde. Finanziert wurde sie vom Kompetenzzentrum für Energie und Mobilität des ETH-Bereichs (CCEM). Als Variablen benennen sie vor allem den Grad des Zubaus von Photovoltaik, die Nutzbarmachung von Stromüberschüssen und die Möglichkeit zum Import von erneuerbarem Strom.

Je nach Ansatz für diese Variablen könnten bis 2050 in der Schweiz laut einer Mitteilung der Empa zwischen 2 und 4,5 Millionen Tonnen von derzeit rund 6 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, wenn 60 Prozent der konventionellen benzin- und dieseIbetriebenen Personenwagen durch strombasierte Fahrzeuge ausgetauscht würden. Dazu zählen Fahrzeuge, die mit Batterien, Wasserstoff und mit synthetischen Treibstoffen betrieben werden.

Insgesamt simulierte das Team zwölf unterschiedliche Szenarien. Für acht davon zeigten sich nur kleine Unterschiede bei der CO2-Reduktion zwischen den verschiedenen Anteilen der Antriebsarten. Der Grund dafür ist, dass sich deren energetische Effizienz und Flexibilität bezüglich Energiespeicherung und Strombezug gegeneinander aufheben. Dies ist in allen sechs Szenarien der Fall, die von Importstrom aus Gaskombikraftwerken ausgehen, sowie in zwei Szenarien mit importiertem grünem Strom.

In den restlichen vier Szenarien führt die Elektromobilität zu einer signifikant höheren Treibhausgasreduktion. Diese gehen von einer Umwandlung überschüssigen Stroms in lagerfähiges synthetisches Methan aus sowie vom geringsten angenommenen Photovoltaikzubau und der Möglichkeit, erneuerbaren Strom zu importieren. Wichtig seien auch intelligente Ladesysteme, die die Ladeleistung der Fahrzeuge an die jeweils verfügbaren Netzkapazitäten anpasst. So könne eine Überlastung der Stromnetze verhindert werden. mm

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