CO2-Ausstoss von Lastwagen kann um 90 Prozent reduziert werden

23. Dezember 2019 13:20

Lausanne - Der CO2-Ausstoss von Lastwagen lässt sich um 90 Prozent verringern. Ein entsprechendes Konzept hat sich die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne nun patentieren lassen.

Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben ein patentiertes Konzept entwickelt, mit dem sich der CO2-Ausstoss von Lastwagen um 90 Prozent reduzieren lässt. Laut einer Mitteilung schlagen die Wissenschaftler vor, dafür mehrere an der EPFL entwickelte Technologien zu kombinieren.

So sollen die Rauchgase zunächst im Auspuffrohr abgekühlt werden. Dann wird das Wasser von den Gasen getrennt. Im Anschluss wird das CO2 isoliert, verdichtet und in Flüssigkeit verwandelt. Diese Flüssigkeit wird in einem Tank gespeichert. Sie kann an Tankstellen mit erneuerbarem Strom wieder in konventionellen Treibstoff umgewandelt werden. Der gesamte Prozess findet in einer zwei Meter langen Kapsel statt, die auf der Fahrerkabine angebracht ist. „Der Prozess selbst verbraucht wenig Energie, da alle Stufen optimiert wurden“, wird François Maréchal zitiert. Er leitet die Gruppe für industrielle Verfahrens- und Energiesystemtechnik (IPESE) an der EPFL-Ingenieursschule. Diese Gruppe koordiniert das Projekt. 

Die Berechnungen der Forschenden zeigen, dass ein Lastwagen mit einem Liter konventionellem Kraftstoff drei Liter flüssiges CO2 erzeugen kann. Sie verdeutlichen ausserdem, dass die Umwandlung keine Energiekosten verursacht. Zudem ist das System leicht nachrüstbar. Es könnte theoretisch in allen Lastwagen, Bussen und Booten mit jeder Art fossilen Kraftstoffs funktionieren. Der nicht recyclebare Rest von 10 Prozent könnte durch Biomasse ausgeglichen werden. mm

Mehr zu Energie

Aktuelles im Firmenwiki