Chur entdeckt tausend Jahre altes Handwerkerquartier

21. Juli 2020 15:23

Chur - In der Altstadt von Chur hate der Archäologische Dienst Graubünden bei Notgrabungen ein mittelalterliches Handwerkerquartier freigelegt. Zahlreiche Fundstücke lassen ein Alter von etwa 1000 Jahren vermuten.

Chur geht seiner Geschichte auf den Grund. Im Areal beim Sennhof in der Churer Altstadt ist der Archäologische Dienst Graubünden (ADG) sei März dabei, dort ausgegrabene Fundstücke zu untersuchen. Die Experten sind sich laut einer Medienmitteilung sicher, dass es sich um ein ehemaliges Handwerker- oder Kunsthandwerkerquartier handelt. Es wurden viele Fundstücke geprüft und katalogisiert. Als herausragendes Einzelstück gilt eine kleine Steinplatte von nur 9 mal 8,5 mal 3 Zentimetern. Denn sie ist eine der von Archäologen sehr selten gefundenen Gussformen für Schmuck, aber auch religiöse Insignien. Mit der überaus gut erhaltenen Gussform von Chur-Sennhof konnten vor rund 1000 Jahren Kreuzanhänger mit Christusdarstellung, Scheibenfibeln, Finger- und Ohrringe sowie Anhänger beziehungsweise Appliken in Adlerform hergestellt werden. Nach bisherigem Kenntnisstand ist die Gussform in das 9. bis 11. Jahrhundert zu datieren, schätzen die ADG-Fachleute.

Die Areale Karlihof und Sennhof im Osten der Churer Altstadt gehören zu den bedeutenden archäologischen Fundstellen des Kantons Graubünden. Dort wurden schon zwischen 1984 und 1990 Siedlungsreste gefunden, die eine beinahe kontinuierliche Nutzung des Gebiets von der Spätbronzezeit bis in die Neuzeit belegten. gba

Mehr zu Forschung und Entwicklung

Aktuelles im Firmenwiki