Chinesisches Mobiltelefon nutzt Schweizer Kamera

07. Mai 2021 10:55

Stans/Dietikon ZH - Ein chinesischer Hersteller von Mobiltelefonen setzt neu eine Flüssiglinsenkamera ein. Entwickelt wurde sie von der Schweizer Firma Nextlens. Sie funktioniert wie das menschliche Auge und kann das Telefon auch in ein Mikroskop verwandeln.

Nextlens hat laut einer Medienmitteilung eine neue Flüssiglinsenkamera entwickelt. Flüssiglinsen enthalten eine optische Flüssigkeit in der Mitte einer Zellstruktur und funktionieren wie die Linse eines Auges. Während sich traditionelle Linsen nur hin- und herbewegen können, um auf ein Objekt zu fokussieren, kann die Flüssiglinsenkamera auch ihre Form verändern.

Das Kamerasystem von Nextlens verfügt dabei auch über eine Makrokamera, mit der eine besonders starke Vergrösserung und eine ultraschnelle Fokussierungsgeschwindigkeit möglich wird. Den Angaben zufolge kann in Tausendstel Sekunden eine Nahfokussierung von bis zu 3 Zentimetern erreicht werden.

In der Welt der Mobiltelefone sind Flüssiglinsenkameras noch neu. Dies ändert nun ein chinesischer Hersteller. Er hat die Flüssiglinsenkamera von Nextlens in seine Smartphones verbaut. Nextlens stellt die Kameras für das chinesische Unternehmen eigenen Angaben zufolge in der Schweiz her. In der Mitteilung von Nextlens wird das chinesische Unternehmen nicht benannt. Laut einem Artikel von statupticker.ch handelt es sich um Xiaomi. Das Unternehmen habe die Technologie in das Telefon Mi Mix Fold eingebaut.

Dank der Kamera von Nextlens kann das Smartphone fast wie eine Spiegelreflexkamera mit digitalem Aufnahmesensor eingesetzt werden. Nutzer können mit ihrem Mobiltelefon etwa die Augen von Insekten zählen.

Nextlens ist eine Schwesterfirma des Dietiker Unternehmens Optotune, das aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ausgegliedert wurde. Der Hauptsitz von Nextlens befindet sich laut Handelsregister in Nidwalden. Das Unternehmen hat aber auch einen Standort in Dietikon. ssp

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