China kauft weniger europäische Unternehmen

12. August 2019 13:03

Zürich - Die Zahl der Übernahmen europäischer Unternehmen durch chinesische Investoren ist im ersten Halbjahr 2019 im Jahresvergleich rapide gesunken. Bei den zehn grössten Transaktionen ist die Schweiz mit dem Verkauf von Lista Office dabei.

Chinesische Unternehmen hielten sich bei Übernahmen in Europa weiterhin zurück, schreibt EY in einer Mitteilung zur aktuellen Studie des Beratungsunternehmens „Chinesische Unternehmenskäufe und -beteiligungen in Europa“. Hier zählen die Analysten von EY im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 81 Übernahmen und Unternehmensbeteiligungen. Im ersten Halbjahr 2018 hatte dieser Wert bei 113 Transaktionen gelegen. Das Investitionsvolumen ging im selben Zeitraum von 15,3 Milliarden auf 2,4 Milliarden Dollar zurück.

„Die Transaktionsaktivitäten haben sich in der Schweiz und in Europa praktisch halbiert und lagen im ersten Halbjahr deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum; sie haben sich aber immerhin auf dem niedrigen Niveau des zweiten Halbjahres 2018 stabilisiert“, wird Yi Sun, Leiterin der China Business Services Deutschland, Österreich und Schweiz bei EY, in der Mitteilung zitiert. Sie sieht die Zurückhaltung in der schwierigen konjunkturellen Lage in China und der Unsicherheit aufgrund des Handelskonflikts mit den USA begründet. Allerdings rechnet Sun damit, dass die Talsohle erreicht ist.

Unter den grössten chinesischen Transaktionen in Europa ist die Schweiz im Berichtshalbjahr mit dem Verkauf von Lista Office an die chinesische Zhejiang Henglin Chair Industry vertreten. Die Übernahme rangiert mit einem Volumen von 63 Millionen Dollar auf dem zehnten Platz. Insgesamt hat EY in der ersten Jahreshälfte 2019 drei chinesische Transaktionen mit einem Volumen von zusammen 96 Millionen Dollar in der Schweiz gezählt. In der Vorjahresperiode hatten die entsprechenden Werte noch sieben Übernahmen mit insgesamt 387 Millionen Dollar betragen. hs

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