Calmy-Rey will mit Briten zusammenspannen

Die Schweiz und Grossbritannien haben bei der Ausgestaltung ihrer Beziehungen zur EU mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, sagt Micheline Calmy-Rey gegenüber BBC. Beide wollen sich am EU-Binnenmarkt beteiligen, aber gleichzeitig auch die Einwanderung beschränken. Laut der ehemaligen Aussenministerin und Bundespräsidentin sollten die Schweiz und Grossbritannien deswegen ihre Kräfte bündeln. Die Zusammenarbeit der beiden Länder bei der Lösungsfindung mit der EU würde Früchte tragen, findet Calmy-Rey.

Die EU ihrerseits sollte laut Calmy-Rey der Frage der Personenfreizügigkeit flexibler gegenüberstehen. Denn auch andere EU-Länder würden Probleme bei der zu hohen Zuwanderung sehen. Bisher sei die EU nicht für Diskussionen mit der Schweiz offen gewesen, sagt Calmy-Rey der BBC. Sie müsse jedoch nun eine andere Herangehensweise finden, wenn sie nicht zusehen wolle, wie sich ein Industriestaat wie Grossbritannien statt der EU Asien und den USA zuwende.

Ein Inländervorrang, wie er in der Schweiz diskutiert wird, würde für Grossbritannien jedoch nicht funktionieren, schreibt die BBC und bezieht sich dabei auf die Meinung von Schweizer Diplomaten. Diese gehen davon aus, dass Grossbritannien aufgrund der Grösse seiner Wirtschaft sowie dem Finanzplatz London einen grösseren Verhandlungsspielraum mit der EU haben wird als die Schweiz. ssp