Bund will bei Gesundheitskosten 1 Milliarde sparen

19. August 2020 14:55

Bern - Bund und Kantone wollen den Anstieg der Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung künftig deckeln. Die Kosten sollen gebremst werden, indem unnötige Behandlungen vermieden und Medikamente billiger werden. Mediziner sollen sich vermehrt zu Netzwerken zusammenschliessen.

Der Bundesrat hat ein zweites Paket von Massnahmen vorgelegt, mit denen der Anstieg der Kosten für das Gesundheitswesen gebremst und die medizinische Versorgung verbessert werden soll. Künftig sollen der Bund und die Kantone eine Zielvorgabe für den jährlichen Anstieg der Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung machen können, heisst es in einer Mitteilung. Die Akteure des Gesundheitswesens können dann selber entscheiden, wie sie die Zielvorgabe erreichen.

Namentlich sollen unnötige Behandlungen künftig vermieden werden, indem die Koordination im Gesundheitswesen verbessert wird. So sollen Patientinnen und Patienten künftig zu einer Erstberatungsstelle gehen, bevor sie spezialisierte Mediziner aufsuchen. Das kann ein Hausarzt, eine Allgemeinpraxis oder auch ein telemedizinisches Zentrum sein. Fachleute unterschiedlicher Gesundheitsberufe sollen sich zudem künftig zu Netzwerken zusammenschliessen. Damit soll gerade die Behandlung chronischer Krankheiten verbessert werden.

Der Bundesrat setzt auch nochmals bei den Medikamenten an. Die bestehenden Preismodelle sollen künftig gesetzlich verankert werden. Pharmaunternehmen sollen zudem einen Teil der Kosten an die Versicherer zurückerstatten.

Das Massnahmenpaket folgt dem ersten Paket von März 2018, das derzeit im Parlament diskutiert wird. Es bildet einen indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative „Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheitswesen“ der CVP. Der Bund rechnet bei diesem zweiten Paket mit einem Sparpotenzial von 1 Milliarde Franken. stk

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