Bund verbietet Chlorothalonil

12. Dezember 2019 14:09

Bern - Das Bundesamt für Landwirtschaft hat Chlorothalonil die Zulassung entzogen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Abbauprodukte dieses Fungizids gesundheitsschädigend seien, begründet es das Verbot. Die EU hat bereits im November ein Verbot ausgesprochen.

Das Fungizid Chlorothalonil darf ab sofort nicht mehr verkauft werden. Das hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) entschieden. Es begründet diese Entscheidung damit, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass gewisse Abbauprodukte dieses Fungizids langfristige negative Auswirkungen auf die Gesundheit hätten, wie es in seiner Mitteilung schreibt. Wahrscheinlich müsse es sogar als krebserregend eingestuft werden. Das BLW beruft sich dabei auf die Überprüfung von Daten anerkannter Laboratorien, welche die Industrie zur Verfügung gestellt hat.

Die EU-Kommission hat ihre Bewilligung für Chlorothalonil am 20. November widerrufen. Die vorhandenen Bestände können noch bis zum 20. Mai 2020 aufgebraucht werden. Das BLW hatte seinen Widerruf der Bewilligung bereits im Sommer angekündigt.

Seit 2010 hat das BLW fast hundert Wirkstoffe überprüft, die in den 70er- und 80er Jahren bewilligt worden waren. Chlorothalonil ist das erste Pflanzenschutzmittel, das wegen der Toxizität von Abbauprodukten im Grundwasser verboten wird. stk

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