Bund rechnet mit starkem Wirtschaftswachstum

15. Juni 2021 12:23

Bern - Binnen- und Exportwirtschaft legen seit der Lockerung der Corona-Massnahmen wieder deutliches Wachstum vor. Die Expertengruppe des Bundes korrigiert daher ihre Einschätzung für das Gesamtjahr. Statt bisher 3,0 Prozent geht sie nun von 3,6 Prozent Wirtschaftswachstum aus.

Mit der Lockerung der Massnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie habe in Binnenwirtschaft und Exportindustrie „eine kräftige Aufholbewegung“ eingesetzt, schreibt die Expertengruppe des Bundes im Staatsekretariat für Wirtschaft (SECO) in einer Mitteilung. Sie geht davon aus, dass das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz im zweiten Quartal des laufenden Jahres stark wächst.

Für die kommenden Quartale rechnen die Experten mit einer Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung, die dabei an Breite gewinnt. Konkret gehen die Analysten des SECO von Aufholeffekten in von der Pandemie stark betroffenen Wirtschaftsbereichen wie dem Gastgewerbe und der Veranstaltungsbranche aus. Die Expertengruppe hebt daher ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr auf 3,6 Prozent an. Im März waren die Analysten noch von 3,0 Prozent BIP-Wachstum für 2021 ausgegangen.

Die Prognose für das BIP-Wachstum im kommenden Jahr bleibt hingegen gegenüber der Märzprognose unverändert bei 3,3 Prozent. In der Mitteilung weisen die Analysten zudem auf eine Reihe von Faktoren hin, die die konjunkturelle Entwicklung beschleunigen oder dämpfen könnten. Unter anderem werden hier die Dynamik stärkende Kompensationsausgaben der Haushalte sowie sie schwächende ökonomische Zweitrundeneffekte wie Konkurse oder preistreibende Kapazitätsengpässe genannt. Mittelfristig sehen die Experten die konjunkturelle Entwicklung der Schweizer Wirtschaft vor allem durch die Unsicherheit im Verhältnis der Schweiz zur EU sowie durch die unlängst verabredete globale Mindeststeuer für Unternehmen bedroht. 

Auch die Credit Suisse geht in ihrem am Dienstag veröffentlichten Monitor Schweiz von einem BIP-Wachstum in der Höhe von 3,6 Prozent für das laufende Jahr aus. Der Aufschwung dürfte allerdings an Dynamik einbüssen. So rechnet die Bank für 2022 nur noch mit einem BIP-Wachstum in der Höhe von 2,0 Prozent. hs

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