Bund konzentriert sich auf nationale Forschung

27. Juni 2022 14:40

Neuenburg - Der Bund hat 2021 mit 2,2 Milliarden Franken 16 Prozent weniger Mittel als 2019 für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Der Rückgang ist vor allem der Nichtassoziierung der Schweiz an Horizon Europe geschuldet. Die Beiträge für nationale Forschungsprojekte stiegen hingegen an.

Der Bund hat 2021 insgesamt 2,2 Milliarden Franken für die Umsetzung und die Förderung von Aktivitäten in Forschung und Entwicklung aufgewendet, informiert das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer Mitteilung. Im Vergleich zum letzten Beobachtungsjahr 2019 entspricht dies einem Rückgang um 413 Millionen Franken oder 16 Prozent. Die Analysten des BFS führen dies vor allem auf die Nichtassoziierung der Schweiz am EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe zurück. 

Die ursprünglich für den Pflichtbeitrag an die Europäische Kommission vorgesehenen Gelder fliessen stattdessen „im Rahmen von Übergangsmassnahmen direkt an die Schweizer Beteiligung an Forschungs- und Innovationsprojekten“, erläutert das BFS. Im Zuge der Verlagerung der Finanzierung haben sich die nationalen Beiträge zwischen 2019 und 2021 um 8 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken erhöht. Der Löwenanteil von 1,1 Milliarden Franken ging dabei an den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF). 

Die nicht für Beiträge, sondern für in Einheiten beziehungsweise im Auftrag des Bundes durchgeführte Forschungsprojekte aufgewendeten Mittel beliefen sich 2021 auf 301 Millionen Franken. Mit 149 Millionen Franken ging dabei nahezu die Hälfte der Mittel an Projekte aus der Landwirtschaft. Als weitere wichtige Bereiche zählen die Analysten des BFS die Landesverteidigung, industrielle Produktion und Technologie, gesellschaftliche Strukturen und Beziehungen sowie Umwelt auf. hs

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