Bund finanziert Prototyp des smartflyers mit

Die 2016 gegründete smartflyer AG arbeitet in Grenchen an einem viersitzigen Reiseflugzeug mit einem Hybridantrieb. Komplett ohne Treibstoff wird der Flieger vorerst nicht auskommen, allerdings kann er den fossilen Treibstoffverbrauch im Vergleich zu normalen Flugzeugen halbieren, wie aus einem Artikel der Wirtschaftsförderung des Kantons Solothurn hervorgeht. Zur besseren Gesamteffizienz soll auch ein neues aerodynamisches Konzept beitragen. Der Propeller ist dafür nicht an der Spitze des Flugzeuges montiert, sondern hinten am Seitensteuer. „Dort ist der Wirkungsgrad aus aerodynamischen Gründen viel höher als an der Rumpfspitz“, erläutert smartflyer-CEO Rolf Stuber.

Der Flieger soll 2021 erstmals von der Startpiste abheben. Die Projektkosten wurden zunächst auf 1,2 Millionen Franken veranschlagt. Das Unternehmen wird dabei laut der Mitteilung vom Bund unterstützt. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) übernimmt über eine Spezialfinanzierung 72 Prozent der Kosten. Allerdings werden die Kosten neu mit 2,6 Millionen Franken beziffert. Entsprechend hat smartflyer beim BAZL einen Änderungsantrag eingereicht. Die Restfinanzierung werde vom smartflyer-Team getragen.

Laut Stuber könnten Hybridflugzeuge den Markt für Kleinflugzeuge wiederbeleben. Abnehmer sieht er im Bereich der Privatfliegerei und insbesondere im Bereich der Pilotenausbildung. Das Antriebskonzept sei skalierbar und auch auf grösseren Maschinen einsetzbar. Wie smartflyer die neue Entwicklung vertreiben werde, sei noch nicht entschieden. „Entweder verkaufen wir die Technologie an Flugzeughersteller oder wir bauen die Flugzeuge selber hier in Grenchen“, so Stuber. 

Grenchen sei als Standort ideal – unter anderem dank der möglichen Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen Nordwestschweiz und Bern. Es liefen bereits einige Forschungsprojekte im Bereich Kunststofftechnologie und Batteriekühlung. „Die Inputs von den Fachhochschulen bringen uns viel“, so Stuber. Die Standortwahl der Firma hänge aber auch stark mit dem Flughafen Grenchen zusammen. „Hier ist die Affinität zur Fliegerei besonders hoch.“  ssp