Brüssel will Europas Industrie wettbewerbsfähiger machen

11. März 2020 12:50

Brüssel - Die EU-Kommission hat eine Strategie entwickelt, mit der die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gestärkt werden soll. Im Mittelpunkt stehen Hilfestellungen für KMU bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Damit wird auch eine strategische Autarkie Europas angestrebt.

Das von der Europäischen Kommission zusammengestellte Paket soll die europäische Industrie in die Lage versetzen, „sich beim doppelten Übergang zu Klimaneutralität und digitaler Führungsrolle an die Spitze zu setzen“, heisst es in der Mitteilung der Kommission zur von ihr vorgelegten Strategie. Sie gruppiert sich um drei Schlüsselprioritäten. An erster Stelle wird in der Mitteilung dabei „die Erhaltung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie“ genannt. Die beiden anderen Ziele betreffen die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 und die Digitalisierung. 

„Europa steht vor einem ambitionierten doppelten Übergang hin zu einer ökologischen und digitalen Wirtschaft in einer Welt, die instabiler und unberechenbarer geworden ist“, wird Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der Mitteilung zitiert. „Die europäische Industrie hat das Zeug dazu, eine Vorreiterrolle zu übernehmen, und wir werden alles tun, um sie dabei zu unterstützen.“

Bei der Umsetzung ihrer Strategie räumt die Kommission den europäischen KMU eine Schlüsselstellung ein. Sie sollen im Rahmen der Strategie dabei unterstützt werden, „eine Vorreiterrolle beim doppelten Übergang zu übernehmen“, wird in der Mitteilung erläutert. Dazu hat die Kommission eine Reihe von Massnahmen, darunter die Unterstützung eines Fonds für Börsengänge von KMU, geplant. Um Europa „zum besten Standort für Neugründungen und Unternehmenswachstum“ zu machen, soll zudem in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten ein „EU Start-up-Nations Standard“ erarbeitet werden.

Die EU-Kommission strebt damit auch eine geringere Abhängigkeit von den Unwägbarkeiten der Weltwirtschaft an. „Europa hat die stärkste Industrie weltweit. Unsere grossen und kleinen Unternehmen sichern Arbeitsplätze, Wohlstand und strategische Autonomie“, wird Industriekommissar Thierry Breton zitiert. „Die Bewältigung des ökologischen und digitalen Wandels und die Vermeidung externer Abhängigkeiten in einem neuen geopolitischen Kontext erfordern radikale Veränderungen – und dies muss jetzt in Angriff genommen werden.“ hs

Mehr zu Wirtschaftspolitik

Aktuelles im Firmenwiki